Vermischtes

Nachruf Zum Tod des Schlagersängers Costa Cordalis / Er zählte zu den Großen seiner Branche

Millionen-Erfolg mit dem Hit „Anita“

Archivartikel

Man schrieb das Jahr 1976, als ein Grieche mit einem Song über ein Mädchen namens „Anita“ in den deutschen Charts Furore machte. Der Ohrwurm wird für immer mit dem Schlagerstar Costa Cordalis verbunden bleiben. Am Dienstag starb er in seiner Wahlheimat Mallorca mit 75 Jahren. Berichten zufolge war er nach einem Schwächeanfall länger in einem Krankenhaus der Insel behandelt worden.

Noch Ende Februar hatte Cordalis zusammen mit Sohn Lucas (51) – dem Ehemann des Ludwigshafener TV-Sternchens Daniela Katzenberger (32) – an einem Konzert in Essen teilgenommen. Dabei soll er Medienberichten zufolge bereits erschöpft gewirkt haben.

Elvis stand am Karrierebeginn

Die Familie teilte über ihr Management der Deutschen Presse-Agentur mit, Cordalis sei im Kreise seiner Lieben gestorben. „Wir sind alle tieftraurig über den Verlust. Mein Vater war ein wunderbarer Mensch, der sich immer für andere eingesetzt hat“, wurde Lucas Cordalis zitiert. Sein Vater „wollte die Menschen glücklich machen – und das ist ihm auch gelungen. Er wird uns allen sehr fehlen.“

Costa Cordalis war ein Urgestein des deutschen Schlagers. 1944 als Konstantinos Kordalis in Mittelgriechenland geboren, wagte er mit 16 Jahren den Sprung nach Frankfurt, wo er schnell Deutsch lernte. Später studierte er Germanistik und Philosophie, ohne einen Abschluss zu erlangen. Seine Karriere als Sänger begann 1965 mit einem vom „King of Rock ’n’ Roll“ inspirierten Cover-Song: „Du hast ja Tränen in den Augen“, eine deutsche Fassung des Elvis-Songs „Crying in the Chapel“.

Der Durchbruch gelang ein Jahrzehnt später mit einer Frauen-Trilogie: „Carolina, komm“ (1973), „ Steig in das Boot heute Nacht, Anna Lena“ (1974) und „Anita“ (1976) machten Cordalis auch dank Auftritten in Dieter Thomas Hecks „Hitparade“ und Ilja Richters „Disco“ schnell zur Kultfigur der Schlagerszene. Insgesamt verkaufte Costa Cordalis im Laufe der Jahre mehr als zehn Millionen Tonträger.

In der ersten Staffel der RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ holte er sich 2004 prompt den Sieg – und wurde so zum Dauergast auch in anderen TV-Sendungen. Das habe ihm „rund eine halbe Million Euro in die Kasse gespült“, gab „König Costa“ offen zu.

Auch sportlich feierte Cordalis Erfolge. 1985 nahm er für sein Heimatland bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld am Skilanglauf-Wettbewerb über 30 Kilometer teil. Er wurde zwar Letzter, aber in Griechenland immerhin zwei Mal Landesmeister.

In der Liebe hatte er dagegen schon früh das große Glück gefunden: Fast 50 Jahre war Cordalis mit seiner Frau Ingrid verheiratet, mit der er drei Kinder hatte.

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