Vermischtes

Wilke-Wurst Verwaltungsgericht entscheidet über Eilantrag von Foodwatch

Ministerin: Mehr Kontrollen

Kassel.Das Verwaltungsgericht Kassel wird in den kommenden Tagen über die Herausgabe von weiteren Informationen im Fall der keimbelasteten Wurstwaren der Firma Wilke entscheiden. Die Verbraucherorganisation Foodwatch habe einen Eilantrag eingereicht, bestätigte ein Gerichtssprecher am Mittwoch. Mit dem Antrag will Foodwatch den Landkreis Waldeck-Frankenberg als zuständige Behörde verpflichten, die Namen sämtlicher Abnehmer zu veröffentlichen, die zurückgerufene Waren von dem nordhessischen Fleischhersteller Wilke bezogen.

In den Waren der mittlerweile geschlossenen Firma in Twistetal-Berndorf waren mehrfach Listerien-Keime nachgewiesen worden. Sie werden mit zwei Todesfällen in Verbindung gebracht. Wann das Verwaltungsgericht über den Eilantrag entscheidet, war unklar. Am Mittwoch werde keine Entscheidung erwartet, sagte der Sprecher.

Foodwatch hatte wiederholt die Aufklärung und Krisenpolitik der Überwachungsbehörden im Fall Wilke kritisiert. Die Verbraucherorganisation fürchtet, dass noch keimbelastete Fleischwaren unerkannt in Umlauf sind und will deshalb den Weg der Produkte in den Einzelhandel transparent machen.

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) will als Konsequenz aus den Krankheits- und Todesfällen wegen keimbelasteter Wurst die Lebensmittelkontrolle in Hessen verstärken. Es müsse effizientere Strukturen geben, die ein frühzeitigeres Eingreifen ermöglichen und dem Ministerium mehr Handlungsspielraum lassen, sagte die Ministerin am Mittwoch in Wiesbaden. „Wir brauchen eine besser aufgestellte Lebensmittelüberwachung, damit ein solcher Fall nicht wieder vorkommt.“

Die Waren des nordhessischen Wurstherstellers Wilke werden mit zwei Todesfällen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen den Geschäftsführer wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung sowie der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen Lebensmittelrecht. Das Unternehmen hat inzwischen vorläufige Insolvenz angemeldet. Deshalb gebe es derzeit auch keinerlei Kooperation mit den Behörden, sagte Hinz.

Abschlussbericht fehlt

Die für Lebensmittelkontrolle zuständigen kommunalen Behörden hätten noch keinen Abschlussbericht über die Vorgänge bei der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH vorgelegt, erklärte Grünen-Politikerin Hinz. Deshalb könne sie auch nicht abschließend sagen, ob Fehler bei den Kontrollen gemacht wurden. Das Ministerium habe nicht die Kompetenz gehabt, den Betrieb stillzulegen. Das Haus habe nur die Fachaufsicht und keine Anweisungen geben können, betonte sie. 

Zum Thema