Vermischtes

Natur Das Tier lockert den Boden und düngt die Erde

Mistkäfer ist ein Tunnelbauer

Archivartikel

Darmstadt.Er sitzt einfach so da, mitten auf dem Waldweg, völlig regungslos. Der große, schwarzblau glänzende Käfer macht keine Anstalten weiterzukrabbeln. Was ist denn mit ihm los? „Das ist typisch für den Wald-Mistkäfer“, erklärt der Biologe Nico Blüthgen. Irgendwann krabbelt der Käfer aber dann doch weiter. Vielleicht hat er in der Nähe etwas gerochen – womöglich einen Dung-Haufen. Als Dung bezeichnet man den Kot von Tieren, die Pflanzen fressen. Dazu gehören zum Beispiel Rehe und Schafe.

Auf genau diesen Dung hat es der Käfer abgesehen. Ein Teil davon dient ihm als Nahrung, den anderen Teil verbuddeln die Tiere. Dazu graben sie direkt unter dem Dunghaufen einen Tunnel mit mehreren Kammern. Ist er fertig, legen die Käfer in jede Kammer eine Portion Dung ab – und ein einzelnes Ei. Den Eingang zum Tunnel verschließen die Tiere anschließend. Das alles passiert innerhalb weniger Stunden.

Die Mistkäfer sorgen auf diese Weise nicht nur für Nachwuchs. Sie leisten auch eine wichtige Arbeit für das Ökosystem. Denn mit den Tunneln lockern sie den Boden auf und durchlüften ihn. Außerdem wird die Erde durch den Dung prima gedüngt. Auch Pflanzensamen können so verbreitet werden. dpa

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