Vermischtes

Film Missbrauch in Weinstein-Firma bekannt

Mitarbeiter duldeten Übergriffe

New York.Geschäftsführung und Vorstand von Harvey Weinsteins früherem Unternehmen wussten laut Staatsanwaltschaft von den mutmaßlichen sexuellen Übergriffen des Filmmoguls. Das Verhalten des Produzenten sei über Jahre wissentlich hingenommen und in obersten Etagen unterstützt worden, sagte New Yorks Staatsanwalt Eric Schneiderman. Trotz Dutzender formeller Beschwerden und Vorwürfe seien diese entgegen rechtlichen Vorschriften zwischen 2005 und 2017 nie untersucht worden.

„Wir haben noch nie etwas so Abscheuliches gesehen“, sagte Schneiderman, dessen Büro die Vorwürfe seit vier Monaten untersucht. „Die Führung der Weinstein Company war mitschuldig am Verhalten Harvey Weinsteins. Sie wusste, was vor sich geht. Trotzdem tat sie nichts“, sagte Schneiderman.

Verkauf verhindert

Schneiderman hatte am Sonntag Zivilklage gegen die Weinstein Company eingereicht und damit einen bevorstehenden Verkauf der Firma an eine Investorengruppe hinter Unternehmerin Maria Contreras-Sweet in letzter Minute verhindert.

Schneiderman erklärte: „Jeder Kauf von Unternehmensanteilen muss erst sicherstellen, dass Opfer angemessen entschädigt werden.“ Zudem müssten Mitarbeiter vor vergleichbarem Verhalten geschützt werden. Das sei beim vorliegenden Angebot nicht der Fall gewesen.

Der Klageschrift zufolge ging die Mitwisserschaft sehr weit: So seien Mitarbeiter des Filmmoguls beauftragt worden, Kleidungsstücke von Frauen, die diese nach besagten Vorfällen hinterlassen hätten, diesen wieder zukommen zu lassen. dpa