Vermischtes

Müllwagen wird nach Todesfahrt untersucht

Es klingt wie ein Alptraum: Ein tonnenschwerer Müllwagen kippt auf ein Auto - und begräbt eine Familie unter sich. Alle fünf Insassen sind tot: zwei junge Erwachsene, eine Jugendliche, ein Vorschulkind und ein wenige Wochen alter Säugling. Nun bleibt vor allem eine Frage: Warum kippte ein tonnenschwerer Müllwagen auf ein voll besetztes Auto? Nach dem Unfall gehen Polizei und Sachverständige in Nagold in Baden-Württemberg nun dieser Frage nach. Die Polizei hat das Müllfahrzeug und das Autowrack beschlagnahmt. 

 

Ursachensuche kann Tage dauern

 

"So etwas braucht Zeit", sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag in Baden-Württemberg. "Der ganze Lastwagen muss unter die Lupe genommen werden." Ein Spezialist sei beauftragt worden, ein Gutachten zu dem Unglück zu erstellen. Mit Ergebnissen rechnen die Beamten erst im Laufe der kommenden Woche.

Bis jetzt heißt es bei der Polizei, dass ein technischer Defekt zu dem Unfall geführt habe. Der 26-Tonner habe aus unbekannter Ursache beim Abbiegen beschleunigt und sei dann auf der abschüssigen Straße umgekippt. 

 

Es gibt nur einen Zeugen

 

Kurz vor der Auffahrt auf die Landstraße 361 macht die Straße eine sanfte Kurve - und es herrscht leichtes Gefälle. «Der Fahrer gibt an, es habe Probleme mit der Bremse gegeben», berichtet Erhard Schulz von der Polizei in Nagold. «Der Wagen habe nicht gebremst, im Gegenteil, er habe weiter beschleunigt.» Schulz spricht im Konjunktiv - ob er der Beschreibung Glauben schenkt oder nicht, lässt er bewusst offen. Der Müllwagen müsse schnell gefahren sein, meint er. So schnell, dass er nicht mehr die Kurve auf die L 361 geschafft habe - und stattdessen auf das vorbeifahrende Auto stürzte. Es gebe einen einzigen Augenzeugen: ein Autofahrer, der in unmittelbarer Nähe fuhr. Ob er etwas zum Unfallhergang sagen kann, ist völlig unklar.

In dem im Kreis Konstanz zugelassenen Unfallwagen saßen die 25 Jahre alte Fahrerin und ihr 22 Jahre alter Lebensgefährte, die zwei Jahre alte Tochter und der nur wenige Wochen alte Sohn sowie die 17 Jahre alte Schwester der Fahrerin. Alle fünf Menschen starben. Der 54 Jahre alte Fahrer des Lastwagens und dessen 26 Jahre alter Beifahrer wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Der Fahrer erlitt einen schweren Schock. Beide kamen vorsorglich in ein Krankenhaus. (dpa/afs)

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