Vermischtes

Uruguay Gericht ordnet Veräußerung der Skulptur an

Nazi-Adler vor Verkauf

Archivartikel

Montevideo.Vor 80 Jahren sank das deutsche Panzerschiff „Admiral Graf Spee“ auf den Grund des Río de la Plata – jetzt sorgt der Heckadler aus Bronze in Montevideo und Berlin für Kopfschmerzen. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat ein Gericht den Verkauf des Reichsadlers mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz angeordnet. Das Verteidigungsministerium von Uruguay solle die Skulptur innerhalb von 90 Tagen zu Geld machen und die Hälfte der Einnahmen den Unterzeichnern des Bergungsvertrags überlassen, berichtete die Zeitung „El País“.

Seit Jahren war der Adler bei der Marineverwaltung unter Verschluss. Immer wieder wurde darüber debattiert, wie mit der Nazi-Skulptur verfahren werden sollte. So hätte der Adler etwa im Marinemuseum in Montevideo ausgestellt werden können. Zu einer Entscheidung kam es nie. Der 2,80 Meter hohe und 350 Kilogramm schwere Reichsadler vom Heck des gesunkenen Schiffes war 2006 von dem Unternehmer Alfredo Etchegaray geborgen worden. Laut Medienberichten könnte der Verkauf rund vier Millionen US-Dollar (gut 3,5 Millionen Euro) einbringen.

Die Bundesregierung hatte einen Verkauf auf dem freien Markt stets zu verhindern versucht. Sie will nicht, dass die Skulptur für die Verherrlichung der NS-Herrschaft missbraucht wird.