Vermischtes

„MeToo“-Debatte Partnerin von Schauspieler Dieter Wedel weist Vorwürfe zurück / Michael Douglas kommt Anschuldigungen zuvor

Netzwerk will „Anprangern“ verhindern

Scharbeutz.Mit der „#MeToo“-Debatte um sexuelle Gewalt rücken nicht nur die Betroffenen in den Fokus – der Blick der Öffentlichkeit richtet sich auf die Beschuldigten. Oft liegen die Übergriffe Jahre zurück. Eine juristische Aufarbeitung sei dann wegen Verjährungsfristen schwierig bis unmöglich. Das schade Opfern und Beschuldigten, schreibt das Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt. Die #MeToo-Debatte sei zu einem „Aufschrei der Massen“ geworden, der dazu führen könne, dass die Unschuldsvermutung ausgehebelt werde.

Öffentliches Anprangern könne Ansehen und bürgerliche Existenz eines Beschuldigten zerstören. „Hier ist der Staat gefragt, eine klare Situation zu schaffen, die Rechtsstaatlichkeit für Opfer als auch für unter Verdacht stehende Täter wiederherzustellen“, erklärte das Netzwerk.

Mit dem Schlagwort „#MeToo“ (deutsch: ich auch) hatten Frauen und Männer von Übergriffen berichtet. Oft richteten sich diese gegen Prominente. In Deutschland ist der Regisseur Dieter Wedel beschuldigt worden. Er widerspricht den Vorwürfen. Seine Partnerin Uschi Wolters verteidigte den 75-Jährigen nun im Magazin „Bunte“. Die Vorwürfe seien „absurd“, sagte Wolters. „Ich weiß, dass mein Mann keiner ist, der Frauen missbraucht oder ihnen Gewalt antut.“ Sie bemängelte weiter: „Die Ankläger bekommen recht, alle fallen über den Beschuldigten her.“

Oscar-Preisträger Michael Douglas (Bild) kam Vorwürfen zuvor. Von einer Anwältin habe er erfahren, dass eine Frau, die vor mehr als 30 Jahren für ihn arbeitete, Vorwürfe erhoben habe. Sie soll behaupten, er habe vor ihr masturbiert. Der 73-Jährige bezeichnete das als „Lüge“.

Douglas, der mit der Schauspielerin Catherine Zeta-Jones verheiratet ist und mit ihr zwei Kinder hat, fürchtet um seine Familie: „Der Teil, der mir am meisten wehtut, ist, dies mit meiner Frau und meinen Kindern teilen zu müssen.“

Er unterstütze die #MeToo-Bewegung aus vollem Herzen. „Doch das ist ein Schritt, der dieser Bewegung einen Rückschlag versetzen kann. Ich würde mir wünschen, wir wären vorsichtiger.“ dpa (Bild: dpa)