Vermischtes

Notfälle Bundesamt stellt Online-„Waldbrandatlas“ vor / Anzeige von Feuer und Windrichtung / Sorge wegen ungewöhnlich trockenem April

Neue Datensammlung soll Feuerwehren helfen

Archivartikel

Berlin/Frankfurt.Wer dieser Tage im Wald wandert oder über einen Feldweg radelt, kann es kaum übersehen: Vielerorts ist der Boden knochentrocken. Der ungewöhnlich trockene April hat in diesem Jahr nicht nur die Bauern, sondern auch die Förster und Waldbesitzer alarmiert. Vor kurzem warnten die privaten Waldeigentümer vor der großen Waldbrandgefahr: „Vertrocknete Bäume und trockenes Unterholz sind ein gefährlicher Brandherd.“ Dazu komme Schadholz aus den vergangenen Jahren. „Wir müssen uns auf ein größeres Ausmaß bei den Waldbränden einstellen“, so Verbandspräsident Hans-Georg von der Marwitz. In mehreren Bundesländern galt die höchste Waldbrandstufe.

Auch in diesem Sommer könnte es Brände an abgelegenen Orten geben, oder mit einem solchen Ausmaß, dass die örtlichen Brandbekämpfer auf die Unterstützung weiterer Feuerwehren angewiesen sind. Die Zusammenarbeit erleichtern könnte ein neues Internetangebot des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie. Die in Frankfurt ansässige Behörde gehört zum Innenministerium und sammelt und verarbeitet im Auftrag des Bundes Daten zur Erdoberfläche in Deutschland. Geodäsie ist die Wissenschaft von der Vermessung der Erde.

Präsident der Behörde ist seit rund einem Jahr Paul Becker. Der studierte Meteorologe wechselte vom Deutschen Wetterdienst, wo er den Posten als Vize hatte. Und er brachte eine Idee mit in den neuen Job. „Beim Deutschen Wetterdienst gibt es bereits seit vielen Jahren einen Gefahrenindex für Waldbrände“, sagt er. Da habe es nahe gelegen, den Index um eine Auswahl der Vielzahl weiterer Daten zu ergänzen, über die das Bundesamt verfügt.

Der „Waldbrandatlas“ ist eine Internetseite, die Deutschland in unterschiedlich gefärbten Gefahrenzonen zeigt. Aktive Feuer lassen sich per Auswahl ebenso anzeigen wie Waldgebiete, Standorte von Berufsfeuerwehren, Rettungspunkte (die in Notlagen die Feststellung des Standorts erleichtern), Windrichtung, gefallene und erwartete Niederschläge, stehende Gewässer, Landeplätze etwa für Hubschrauber und Militärgelände. Erreichbar ist die Seite per Log-in. Grundlage sind derzeit allein öffentlich verfügbare Daten, erklärt die im Innenministerium zuständige Heimatabteilung.

Erschreckende Bilanz

„Ob wir den Atlas später auch noch als App anbieten, wird sich zeigen“, sagt Becker. Nutzbar wäre die Seite schon, das Innenministerium will sie nun bald im Kreis der Länder vorstellen.

Für das Jahr 2019 liegt noch keine abschließende Waldbrand-Bilanz vor, aber die für 2018 ist erschreckend: Bei 1708 Waldbränden verbrannten bundesweit 2349 Hektar Wald, das entsprach der Fläche von knapp 3300 Fußballfeldern und war die größte Fläche seit 26 Jahren. dpa

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