Vermischtes

Nicht kontrollierbar

Ralf Müller über Sicherheit auf dem Oktoberfest

Bayerns Polizei oder den Innenminister zu fragen, ob das bevorstehende Oktoberfest "sicher" sei, hat wenig Sinn. Die Antworten bewegen sich zwischen "abstrakt hoher Gefährdungslage, aber keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne" und "Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit". Das ist zwar richtig, hilft aber nicht weiter, wenn man wissen will, ob man 2017 beruhigt den Riesenrummel besuchen kann. Eher nicht. Das größte Volksfest der Welt steht 18 Tage lang im Fokus der Medien weit über Bayern hinaus. Wer sich Publizität verschaffen will, könnte dies hier ohne großen Aufwand tun. Rucksackverbot hin oder her.

Ja, es gibt dieses Jahr noch mehr Polizeibeamte (600), noch mehr Videokameras (37) und noch bessere Eingangskontrollen nebst Pollern und Kübeln gegen Fahrzeuge. Auf der anderen Seite sind fünf bis sechs Millionen Menschen nicht auch nur ansatzweise zuverlässig kontrollierbar. Die Sicherheitsbemühungen auf der "Wiesn" ähneln den Grenzkontrollen an der österreichisch-bayerischen Grenze. Von 67 Straßenübergängen und unzähligen Wanderwegen verteilt auf 816 Kilometern ohne Trump'sche Mauer werden nur die drei Autobahnübergänge so betreut, dass man halbwegs von einer Kontrolle sprechen kann. Es geht wohl weniger um die wirkliche Sicherheit als um das Sicherheitsgefühl der Menschen. Immerhin: Die Gefahr, von einem Betrunkenen einen Maßkrug übergezogen zu bekommen, ist auf der Wiesn nach wie vor um ein Vielfaches höher als Opfer eines Terroranschlags zu werden. Ein Trost - und nicht mal ein schwacher.