Vermischtes

Prozess Ehefrau soll Mann heimlich Blutverdünner verabreicht haben

Opfer beschuldigt sich überraschend selbst

Passau.In einem Prozess wegen versuchten Mordes in Passau hat sich das mutmaßliche Opfer, ein 68 Jahre alter Ehemann, überraschend selbst bezichtigt. Seine 51 Jahre alte Frau ist vor dem Landgericht angeklagt, weil sie ihren Mann durch heimliche Gabe von Blutverdünner angeblich umbringen wollte. Die Frau bestreitet die Vorwürfe.

Der Mann sah sich die vergangenen Verhandlungstage im Zuschauerraum sitzend an und rief gestern von dort, dass er die Medikamente selbst eingenommen habe. Der Staatsanwalt ließ den 68-Jährigen vorübergehend festnehmen. Wie es mit dem Prozess nun weitergeht, war zunächst unklar. Die Strafkammer hat noch mehrere Verhandlungstage bis 20. Juli eingeplant.

Motiv für die Selbstvergiftung des Mannes soll nach seiner Aussage eine Affäre seiner Frau gewesen sein. Die außereheliche Beziehung zu dem Chef der 51-Jährigen nimmt die Staatsanwaltschaft als Motiv für den Mordversuch durch die Frau an. Die Angeklagte sei ihres Ehemannes überdrüssig geworden und habe sich ihrem Geliebten zuwenden wollen. Die Frau hatte zum Prozessauftakt alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Sie sitzt seit zehn Monaten in Untersuchungshaft. Das Gericht muss entscheiden, ob sie unschuldig ist oder ob der Ehemann sie mit seiner Selbstbezichtigung nur vor einer Verurteilung schützen wollte. dpa