Vermischtes

Gasexplosion 31 Tote in russischem Magnitogorsk geborgen / Weiterhin Menschen vermisst

Opfer-Suche bei Eiseskälte

Archivartikel

Magnitogorsk.Kaum noch Hoffnung nach der schweren Gasexplosion in der russischen Stadt Magnitogorsk: Bis gestern haben Helfer in den Gebäudetrümmern 31 Tote geborgen, darunter mindestens zwei Kinder. Das Schicksal von rund zehn Menschen sei noch ungewiss, teilte der Zivilschutz gestern Abend mit. Allerdings sei die Suche sehr schwierig, berichteten Einsatzkräfte: Die Temperaturen liegen demnach bei rund minus 15 Grad Celsius, in der Nacht ist es noch kälter.

Gerüchte über Terroranschlag

Bei der Explosion am Montag war ein ganzer Aufgang des zehnstöckigen Wohnblocks aus Sowjetzeiten eingestürzt.

Die Behörden hatten daraufhin Rettungskräfte, schweres Bergungsgerät und Hundestaffeln aus weiten Teilen Sibiriens sowie aus Moskau in Magnitogorsk zusammengezogen. Weitere Hausteile drohten auf die Suchmannschaften hinabzustürzen. Deshalb unterbrach die Einsatzleitung am Dienstag die Suche nach den Vermissten und versuchte, zunächst gefährliche Stahl- und Betonteile zu entfernen. Rund 1000 Helfer waren im Einsatz.

Die Ursache der Gasexplosion in dem mehr als 40 Jahre alten Gebäude war gestern weiterhin ungeklärt. In zahlreichen russischen Medien kursierten Gerüchte, es handele sich möglicherweise um einen Terroranschlag. Augenzeugen behaupteten, vor der Explosion Schüsse gehört zu haben, schrieb die Zeitung „Moskowski Komsomolez“. Die Gasleitungen seien erst wenige Monate zuvor kontrolliert worden, dabei habe es keine Auffälligkeiten gegeben. Das Staatliche Ermittlungskomitee erklärte jedoch, dass man einen terroristischen Hintergrund eindeutig ausschließen könne.

In der Region sollte ab Mittwoch eine zweitägige Trauer gelten, mit Flaggen auf Halbmast und Gedenkminuten. Kremlchef Wladimir Putin war an Silvester nach Magnitogorsk gereist. Die ersten Todesopfer sollen am Freitag beigesetzt werden. dpa