Vermischtes

Justiz Urteil zu Kuh-Attacke auf Pfälzerin revidiert

„Opfer trägt Mitschuld“

Archivartikel

Innsbruck.Fünf Jahre nach der tödlichen Kuh-Attacke auf eine 45-jährige Wanderin aus Bad Dürkheim hat das Oberlandesgericht (OLG) Innsbruck ein Urteil der Vorinstanz teilweise korrigiert. Das OLG sehe nicht die volle Schuld beim Bauern, sondern gehe von einer 50-prozentigen Mitschuld des Opfers aus, sagte Wigbert Zimmermann, OLG-Vizepräsident am Dienstag. Dies bedeute, dass dem Ehemann und dem Sohn des Opfers die Ansprüche um 50 Prozent gekürzt würden. Dem Witwer stünden rund 54 000 Euro und eine monatliche Rente von 600 Euro zu. Der Sohn bekomme rund 24 000 Euro sowie eine monatliche Rente in Höhe von 180 Euro.

Im Februar hatte das Landgericht Innsbruck den Hinterbliebenen der Frau aus Rheinland-Pfalz hohen Schadenersatz zugesprochen. Das Urteil hatte unter Alm-Bauern zu großer Verunsicherung geführt. Es folgte auch eine Debatte über die Eigenverantwortung von Wanderern. Die 45 Jahre alte Hundehalterin war im Sommer 2014 im Tiroler Stubaital von der Kuhherde, die offenbar die Kälber vor dem Hund schützen wollte, zu Tode getrampelt worden.

Die Alpenrepublik hat mit zehn Regeln für Wanderer, die auf Almen unterwegs sind, reagiert. Zu den Regeln gehört das Anleinen von Hunden – oder im Fall einer Kuh-Attacke – deren sofortiges Loslassen, das Umgehen einer Herde sowie der einzuhaltende Abstand zu Kälbern. 

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