Vermischtes

Indonesien Vermisstensuche endet morgen / Neuer Erdstoß, aber ohne Schäden

Panik nach weiterem Beben

Palu.Die indonesische Insel kommt weiter nicht zur Ruhe: Ein neues Beben mit der Stärke 5,2 versetzte gestern Morgen die Bewohner in Angst und Schrecken. Das Erdbeben habe zwar Panik ausgelöst, aber keine neuen Schäden verursacht, sagte Behördensprecher Sutopo Nugroho. „Das Beben war etwa fünf Sekunden lang deutlich zu spüren.“

Die Zahl der Toten nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami Ende September auf Sulawesi ist unterdessen auf mehr als 2000 gestiegen. Bis gestern Morgen bargen die örtlichen Behörden 2002 Leichen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Antara unter Berufung auf die örtlichen Behörden berichtete. Der Verbleib von mehr als 5000 Menschen in der Region ist nach Schätzungen der Katastrophenschutzbehörde noch ungeklärt. Ganze Straßenzüge und Dörfer versanken in der Erde.

Das Beben der Stärke 7,4 und der darauf folgende Tsunami hatten am 28. September die Küstenstadt Palu und eine Reihe von Dörfern in der Region verwüstet. Allein in Palu starben 1539 Menschen, wie Nugroho sagte. Die meisten dieser Opfer seien durch den Tsunami umgekommen.

Das Zentrum des neuen Bebens wurde von der nationalen Erdbebenwarte nordöstlich von Sulawesi in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern registriert. Eine Tsunami-Warnung blieb aus. In der schwer zerstörten Stadt Palu liefen die verängstigten Menschen am frühen Morgen auf die Straße. „Jeder ist noch vom letzten Beben traumatisiert“, sagte ein Einwohner dazu. Im Nachrichten-Dienst WhatsApp kursierten Warnungen vor weiteren Beben, wie ein anderer Bewohner beschrieb.

Geschäfte öffnen wieder

In der Krisenregion stellt man sich derweil auf ein Ende der Suche ein. Die Katastrophenschutzbehörde plant, ihre Sucharbeiten morgen einzustellen. Das weitere Vorgehen solle aber noch mit den jeweiligen Lokalregierungen abgeklärt werden, betonte Behördenchef Willem Rampangilei. Geschäfte, Schulen und Behörden im Bebengebiet öffnen wieder. Nach dem Willen der Regionalregierung von Sulawesi sollen die verschütteten Dörfer zu Gedenkstätten werden und nicht wiederaufgebaut werden, wie Ridwan Mumu vom Amt für Sozialwesen sagte. „Es gab Vorschläge, dass es dort keine Siedlungen mehr geben soll.“ Zudem solle man mit Blick auf die Seuchengefahr die Suche nicht zu lange fortsetzen.

Die Regierung schränkt zudem die ausländische Hilfe ein. Die Agentur für Katastrophenschutz drängte dazu, „ihr Personal sofort abzurufen“. Laut Außenministerium soll dadurch die Koordinierung geregelt werden. dpa