Vermischtes

Umwelt Blockade vor allem von China und Russland / Nächstes Jahr neuer Anlauf / Bundesagrarministerin enttäuscht

Pläne zu Südpol-Schutzgebiet geplatzt

Archivartikel

Hobart.Traurige Zeiten für Pinguine, Seeelefanten und andere Tiere in eisigen Gewässern: Die Pläne für ein neues riesiges Schutzgebiet im Südpolarmeer sind vorerst gescheitert. Auf einer internationalen Konferenz in der australischen Stadt Hobart gelang es nicht, das sogenannte Weddell-Meer nördlich der Antarktis unter besonderen Schutz zu stellen.

Dabei ging es um ein Gebiet von mehr als 1,8 Millionen Quadratkilometern – fünf Mal so groß wie Deutschland. Dies wäre das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Nach Angaben von Teilnehmern wurden die Pläne insbesondere von Russland und China blockiert. Auch von Norwegen kam Widerstand.

„Eine große Chance für den Schutz der Meeressäuger und Seevögel ist vertan“, sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). Die Initiative war von der EU eingebracht worden. Unterstützt wurde sie von Umweltschützern aus aller Welt. Für einen Beschluss hätten jedoch alle zustimmen müssen. Nach zweiwöchigen Beratungen in Hobart, der Hauptstadt der Insel Tasmanien, war gestern jedoch klar, dass vorerst daraus nichts wird.

Im nächsten Jahr soll nun ein neuer Anlauf gemacht werden. Zuständig für solche Dinge ist die internationale Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR), in der mehr als ein Dutzend Staaten vertreten sind. Im Weddell-Meer – benannt nach einem britischen Seefahrer aus dem 19. Jahrhundert, James Weddell – leben allein mehr als 300 000 Kaiserpinguine. Zudem sind dort zwölf verschiedene Walarten sowie zahlreiche Robbenarten und Seevögel zuhause. Auch auf dem Meeresgrund leben viele seltene Arten . dpa