Vermischtes

Saarbrücken Bewohner nach Brand auf Spenden angewiesen

Polizei ermittelt gegen Gaffer

Saarbrücken.Bei dem verheerenden Großbrand in einem Saarbrücker Wohnhaus haben viele der rund 55 Bewohner alles verloren. „Wir gehen davon aus, dass mindestens die Hälfte vor dem Nichts steht“, sagte der Vorsitzende des Vereins Brandopferhilfe Saarland, Holger Staab, gestern in Saarbrücken. Noch sei unklar, wann und ob die Menschen in das Haus zurückkehren könnten. Bei dem Brand waren am Sonntag vier Menschen getötet und 25 verletzt worden. Im Rathaus liegt noch bis einschließlich Freitag ein Kondolenzbuch für die Opfer des Brandes aus.

Das Haus werde diese Woche noch für Ermittlungen gesperrt bleiben, sagte der Sprecher der Polizei. Ruß und Rauchgas hätten sich im ganzen Haus niedergeschlagen. Wann es wieder bewohnbar sei, sei offen. Eine Bewohnerin des Hauses sitzt in Untersuchungshaft: Die 37-Jährige steht im Verdacht, das Feuer gelegt zu haben. Zum Motiv konnte die Staatsanwaltschaft gestern „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine Angaben machen.

Geldspenden nötig

Nach Angaben der Brandopferhilfe deckten sich einige Bewohner bereits am Montagabend beim Verein mit Kleidung ein. „Viele haben uns kontaktiert, die meisten sind noch unter Schock“, sagte Staab. Sie seien in Wohnungen der Stadt untergebracht worden, andere wohnten bei Freunden oder Verwandten. „Nun werden Geldspenden benötigt“, sagte Staab – für neuen Wohnraum und Lebensmittel. Bei einem zweiten Wohnhausbrand im Saarland blieben die Bewohner unverletzt. Ein mit Holz verkleidetes Gebäude in St. Ingbert-Rohrbach fing in der Nacht auf gestern Feuer. Die Bewohner – eine Familie mit zwei Kleinkindern – konnten sich selbst retten. Sie kamen bei Bekannten unter. Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten noch an. (dpa)