Vermischtes

Raumfahrt Zunächst ohne Kontakt zum Modul „Vikram“ / Nächster Versuch in 14 Tagen

Probleme bei indischer Mondlandung

Bengaluru.Indien wollte erreichen, was bisher erst drei Ländern gelungen ist: eine kontrollierte Landung auf dem Mond. Doch nach einem Versuch in der Nacht zum Samstag ist ungewiss, ob das Landemodul „Vikram“ bei seinem Aufsetzen auf der Oberfläche des Erdtrabanten unbeschädigt geblieben ist. Die indische Raumfahrtbehörde Isro bemühte sich zunächst erfolglos, Kontakt zu dem Lander aufzunehmen.

Zwar war „Vikram“ am Sonntag auf der Mondoberfläche lokalisiert worden. Die Verbindung war aber bereits am späten Freitagabend abgerissen, Minuten bevor die Sonde auf der Mondoberfläche in der Nähe des Südpols aufsetzen sollte. Es sei unklar, in welchem Zustand sich der Lander befinde, sagte ein Sprecher der indischen Raumfahrtagentur Isro am Sonntag. 14 Tage lang soll nun versucht werden, den Kontakt wieder herzustellen.

Bislang gelang nur den USA, der Sowjetunion und China eine kontrollierte Landung auf dem Mond. Im Frühjahr war eine israelische Sonde beim Landeversuch auf dem Mond nach einem technischen Fehler abgestürzt.

„Vikram“ ist Teil der unbemannten, 142 Millionen Dollar (etwa 128 Millionen Euro) teuren „Chandrayaan-2“-Mission. „Chandrayaan“ bedeutet auf Sanskrit „Mondfahrzeug“. Ziel ist es unter anderem, die Oberfläche der Südpol-Region zu kartieren, den Boden zu analysieren und Wasser zu suchen.

Zu „Chandrayaan-2“ gehört auch ein Orbiter, der um den Mond kreist. Dieser sendete ein Bild zur Bodenstation, auf denen der Lander „Vikram“ auf der Mondoberfläche lokalisiert werden konnte, sagte Isro-Chef Kailasavadivoo Sivan.

Der indische Premierminister Narendra Modi, der bei dem Landungsversuch in der Nacht zum Samstag mit den Wissenschaftlern mitfieberte, umarmte nach dem Kontaktverlust den aufgelösten Chef der Raumfahrtbehörde und strich ihm über die Schulter. Später sagte Modi: „Unsere Entschlossenheit den Mond zu erreichen, wurde noch stärker.“ dpa

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