Vermischtes

Wilderei Menschenrechtsbeauftragte Kofler drängt auf rasche Aufklärung der WWF-Vorwürfe

Probleme seit 2018 bekannt

Berlin.Die Bundesbeauftragte für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe dringt auf eine schnelle Aufklärung der Vorwürfe gegen den WWF, brutale Wildhüter unterstützt zu haben. „Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass mit Wissen oder gar Unterstützung des WWF Menschen von Wildhütern massiv Gewalt angetan wurde, müsste die Bundesregierung hieraus unverzüglich Konsequenzen für ihre Zusammenarbeit mit der Organisation ziehen“, sagte Bärbel Kofler (SPD). „Die behaupteten Taten sind zutiefst verabscheuungswürdig.“

Die KfW-Bankengruppe, die bei Projekten mit WWF-Beteiligung in Nepal, Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und im Kongo engagiert ist, hatte schon im Mai 2018 Kenntnis von Problemen. Dabei ging es um mögliche Menschenrechtsverletzungen im Salonga-Nationalpark (PNS) im Kongo, wie KfW-Sprecherin Charis Pöthig sagte.

Bericht steht noch aus

Die KfW habe damals den Projektträger, die kongolesische Naturschutzbehörde sowie den WWF als Co-Manager des Parks um Aufklärung gebeten. Im Februar habe eine Untersuchung stattgefunden, der Bericht liege noch nicht vor. „Über die wesentlichen Vorgänge stehen wir mit unserem Auftraggeber, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, im Austausch“, so Pöthig.

Kofler forderte eine „unabhängige und seriöse Prüfung“, die sich auch auf Kooperationspartner der Umweltstiftung erstrecken müsse: „Die Einhaltung von Menschenrechten ist für die Bundesregierung auch im Rahmen von Projektförderungen von allerhöchster Priorität.“

Das Online-Magazin „Buzzfeed“ hatte berichtet, dass WWF International mit Sitz in Gland bei Genf Wildhüter unterstützt, die verdächtigte Wilderer misshandelt, gefoltert oder gar ermordet haben sollen. Die Bundesregierung arbeitet mit der Organisation über verschiedene Projekte zusammen. Sowohl WWF International als auch WWF Deutschland haben bereits eine Untersuchung in die Wege geleitet. dpa