Vermischtes

Familiendrama Nach dem Tod von fünf Kindern unterstützt die Stadt Solingen auch den gesamten persönlichen Umkreis der Opfer

Psychologen und Seelsorger an den Schulen

Archivartikel

Solingen/Mönchengladbach.Nach dem Tod von fünf Kindern werden in Solingen der Stadt zufolge zwei Schulen unter anderem von Schulpsychologen unterstützt. „Die seelischen Auswirkungen sind nicht abzuschätzen“, sagte ein Sprecher der Stadt am Montag mit Blick auf die Freunde der Kinder, ihre Mitschüler, die Lehrer und alle Menschen im Umfeld, die betroffen seien.

Der schulpsychologische Dienst und ein Seelsorger hätten unmittelbar mit einer Grundschule und einer weiterführenden Schule Kontakt aufgenommen, schilderte der Sprecher der Stadt. An den Schulen seien Krisenteams eingerichtet worden. Auch die Opferschutzbeauftragte der Polizei sei aktiv.

In der Grundschule wurden zwei der fünf toten Kinder unterrichtet. An der weiterführenden Schule ist das einzig überlebende Kind der Familie, der elfjährige Marcel, Schüler. Nach Auskunft der Stadt Mönchengladbach hält sich Marcel weiter bei seiner Großmutter auf. Das Jugendamt stehe in regelmäßigem Kontakt und habe alle mögliche Unterstützung angeboten. Die Polizei hatte am Donnerstag die Geschwister Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8) tot in ihren Kinderbetten in der Wohnung in Solingen gefunden. Gegen die tatverdächtige Mutter wurde Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte die Mutter ihren ältesten Sohn mit Verweis auf einen Todesfall in der Familie aus dem Unterricht geholt. Die 27-Jährige fuhr mit ihm im Zug nach Düsseldorf und verabschiedete ihn nach Mönchengladbach, wo er seine Oma besuchen sollte. Die Mutter hatte sich dann im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor eine S-Bahn geworfen und schwer verletzt. Zum Zustand der 27-Jährigen machte die Staatsanwaltschaft Wuppertal am Montag keine Angaben. Die Kinder erstickten laut bisherigen Erkenntnissen. Ein toxikologisches Gutachten steht noch aus. Die Ermittler vermuten, dass die alleinerziehende Mutter nach der Trennung von ihrem Mann die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen hat. dpa

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