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Justiz Sechs Monate nach dem tödlichen Stoß vor einen einfahrenden Zug in Voerde fällt das Urteil in Duisburg

Richter schickt Täter in Psychiatrie

Archivartikel

Duisburg.Kaum ist das Urteil gesprochen, blickt sich der Angeklagte in aller Ruhe um. Eine Regung ist nicht zu erkennen. Rund sechs Monate ist es her, dass der 28-Jährige auf dem Bahnhof im niederrheinischen Voerde eine Frau vor einen Zug gestoßen hat. Ein heimtückischer Mord, befindet das Duisburger Schwurgericht am Dienstag und weist den Angeklagten auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie ein.

Verurteilt werden konnte der in Deutschland geborene Serbe nicht. Der neunfache Familienvater ist psychisch schwer krank und gilt als schuldunfähig. Richter Joachim Schwartz sprach von einer „verstörenden Tat“. Der Angeklagte habe die 34-Jährige mit voller Wucht vor den einfahrenden Zug gestoßen. Die Mutter einer Tochter war noch im Gleisbett gestorben.

Es hätte offenbar jeden treffen können an jenem 20. Juli 2019. Vor der Tat gab es keinen Kontakt zwischen Täter und Opfer. Ein Zeuge hatte vor Gericht vorgemacht, mit welcher Wucht der 28-Jährige von hinten zustieß. Die Verteidigerin hatte sich für das Experiment zur Verfügung gestellt und war regelrecht nach vorne katapultiert worden. „Sie wurde im freien Flug über mehrere Meter weggeschleudert“, so der Richter.

Der 28-Jährige selbst hatte im Prozess jegliche Absicht bestritten. „Ich schubse keine Frauen“, teilte er den Richtern über seine Verteidigerin mit. Es sei ihm an dem Tag schlecht gegangen, er sei getorkelt, habe sich vielleicht abstützen wollen. Diese Version hielt das Schwurgericht jedoch für widerlegt. dpa

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