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Astronomie Heute Abend lässt sich eine besondere astronomische Konstellation beobachten

Roter Mond trifft roten Mars

Archivartikel

Heppenheim.Sommernachtstraum unterm Sternenhimmel: Der Mond leuchtet heute Abend kupferrot und der Mars erscheint groß, rot und hell. Das extrem seltene astronomische Ereignis fällt auf eine hochsommerlich warme, allerdings nicht ganz klare Sommernacht. „Das ist eine tolle Chance, die Wunder des Himmels ins Bewusstsein zu rücken“, sagt Astrophysiker Dominik Elsässer von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) im südhessischen Heppenheim. Viele Sternwarten, Planetarien, astronomische Vereine und Forschungsinstitute laden zum Beobachten des Schauspiels ein. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was passiert mit dem Mond?

Zu einer Mondfinsternis kommt es nur bei Vollmond, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen. Der Mond taucht dabei völlig in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde in den Weltraum wirft. Heute kommt es nach Darstellung von Astronomen zur längsten sichtbaren totalen Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts: Eine Stunde und 43 Minuten dauert sie. Übertroffen wird diese Dauer erst bei der Mondfinsternis am 9. Juni 2123 – um drei Minuten.

Warum leuchtet der Mond im Erdschatten kupferrot bis orange?

Die kurzwelligen blauen Lichtwellen der Sonnenstrahlen werden vollständig in der Erdatmosphäre gestreut, erläutert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das langwellige rote Licht werde hingegen gebrochen und in Richtung Mond gelenkt.

Warum ist der Mars so hell und rot?

Der auch als Roter Planet bekannte Mars kommt der Erde so nah wie selten – er ist nur rund 58 Millionen Kilometer von unserem Planeten entfernt. Zuletzt geschah das vor rund 15 Jahren, heißt es beim DLR. Anders als die Erde braucht der Mars auf seiner weiter entfernten Umlaufbahn um die Sonne nicht ein, sondern fast zwei Jahre. Wenn die Erde den Mars auf der Innenbahn überholt und der Mars der Sonne vergleichsweise nahe steht, ist er am Himmel besonders hell und vergleichsweise groß zu sehen.

Was kann man wann sehen?

Das Schauspiel fängt mit Beginn der Dunkelheit am Abend an. In München geht der Mond um 20.48 Uhr auf, in Hamburg um 21.16 Uhr. Dann dauert es noch einige Minuten bis der Mond komplett in den Kernschatten der Erde eingetaucht ist und die totale Mondfinsternis beginnt. Die Mitte der totalen Finsternis wird um 22.22 Uhr und das Ende um etwa 23.13 Uhr erreicht. Die Mondfinsternis ende kurz nach Mitternacht. Zum Höhepunkt der Mondfinsternis stehen Mond und Mars noch tief über dem Südosthorizont. Am Ende der Finsternis stehen die Himmelskörper deutlich höher, es ist richtig dunkel und man wird sich an ihrem rötlichen Leuchten erfreuen können.

Wo sollte man am Himmel hingucken?

Die Mondfinsternis ist nach Darstellung des DLR am besten im Süden und Osten Deutschlands zu sehen. Im Süden steht der Mond am höchsten, im Osten geht er früher auf und die Finsternis ist vollständiger zu beobachten. Egal wo, wichtig sei auf jeden Fall ein bis zum Horizont freier Blick in südöstliche Richtung – auch weitgehend frei von irdischen Lichtquellen. Zur Mitte der totalen Mondfinsternis ist der Mars etwa sechs Grad südlich des Mondes zu erkennen, direkt über dem Horizont. Dann könne man versuchen, beide zu fotografieren.

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