Vermischtes

Verkehr Straßen sollen für Fußgänger sicherer werden

Ruf nach Tempo 30 wird lauter

Berlin.Diese Situation kennt jeder: Die Fußgängerampel springt auf Grün, doch bevor der Mittelstreifen erreicht ist, zeigt sie schon wieder Rot. Wer zu langsam läuft, muss vor den Autos flüchten. Noch immer kann Zufußgehen in deutschen Städten und Dörfern ziemlich gefährlich sein. Mehr als 500 Fußgänger wurden 2015 im Verkehr getötet. So dürfe es nicht weitergehen, erklärte Maria Krautzberger, die Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA), gestern in Berlin. Bis 2030 sollen diese Todesfälle um 20 Prozent sinken.

Das steht in den „Grundzügen einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie“, die das UBA mit der Bundesregierung und den Landesregierungen diskutieren will. Gut ein Fünftel aller Wege legen die Bundesbürger heute durchschnittlich zu Fuß zurück. Mit dem öffentlichen Verkehr absolvieren sie zehn Prozent, per Rad elf und mit dem Auto 57 Prozent. Oft nimmt die Verkehrsplanung zu wenig Rücksicht auf Fußgänger. Ampelschaltungen und Übergänge sind gefährlich, Straßen breit, Gehwege schmal. Das UBA rät daher zu einem „Rückbau der autogerechten Stadt“.

Als Beispiele werden „die Einführung der Regelgeschwindigkeit Tempo 30 innerorts“ und „die Festlegung baulicher Mindeststandards für Fußwege“ genannt. Bis 2030 könnte der Anteil des Fußverkehrs auf zwei Fünftel wachsen. Laut Umweltbundesamt brächte das gesamtgesellschaftliche Vorteile mit sich – zum Beispiel für Gesundheit und Klima.