Vermischtes

Lebensmittel Wissenschaftler bauen Gemüse in Containern an

Salat aus der Antarktis

Bremen.Frischer Salat, Gurken, Radieschen und Erdbeeren – das soll bald in der Antarktis wachsen. Möglich machen wollen das Experten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Dafür haben sie ein Gewächshaus entwickelt, in dem Gemüse und Kräuter ohne Erde und Tageslicht gedeihen. Vor wenigen Tagen sind zwei Container, in dem die Gemüsezucht untergebracht ist, am Ekström-Schelfeis angekommen. Zwei Pistenbullys schleppten sie 20 Kilometer zur Forschungsstation Neumayer III. Jetzt sind die Wissenschaftler mit dem Aufbau beschäftigt.

Voraussichtlich ab Februar werden Projektleiter Daniel Schubert und sein Team die ersten Pflanzen aussäen können. In den Containern wachsen die Pflanzen unter künstlichem Licht und werden mit einer Nährstofflösung versorgt. Pestizide sind nicht nötig. Das Gewächshaus verfügt über einen Kreislauf, in dem Luft und Wasser recycelt werden.

Testlauf für den Mars

Schubert und zwei seiner DLR-Kollegen werden die Antarktis im Februar verlassen, bevor der Winter ausbricht. Überwintern wird Raumfahrtingenieur Paul Zabel. Mit Pflanzenzucht hatte er bisher nicht so viel zu tun. „Bei einem Crashkurs habe ich mich zwei Wochen intensiv im Gemüseanbau trainieren lassen“, sagte er kurz vor seinem Aufbruch. Wenn alles gut läuft, könnten Zabel und das zehnköpfige Team, das auf der Station überwintern wird, Ende März Gemüse ernten. Ab Ende Februar werden keine Lieferungen die Station mehr erreichen können.

Bis Dezember soll das Gewächshaus in der Antarktis bleiben. In der Zeit will das DLR erforschen, wie groß Ertrag und Energieverbrauch sind. Das Forschungsprojekt „Eden-ISS“ gilt als Testlauf für bemannte Missionen auf Mond und Mars. dpa