Vermischtes

Gesellschaft Video des Fußballers Ribéry mit einem Gold-Steak erntet Kritik / Fernsehköchen fehlt kulinarischer Mehrwert

Sarah Wiener kritisiert Küchenexzesse

Berlin.Das vergoldete Steak des Fußballers Franck Ribéry ist für viele ein Aufreger. Er hatte ein Video aus Dubai gepostet, in dem ihm das Glitzerfleisch serviert wird. Laut dem Sportdirektor des FC Bayern war Ribéry dazu eingeladen. Der Fußballer erntete viel Kritik für das Video.

Dabei hat das Überziehen von Lebensmitteln mit Gold Tradition. „Blattgold gab es schon immer in der kulinarischen Geschichte“, sagt Fernsehkoch Sebastian Lege („Gekauft, gekocht, gewonnen“). „Gerade die Königshäuser haben sich damit ihr Essen visuell aufwerten lassen, um bei ihrem Gefolge oder Königskollegen Eindruck zu schinden. Das Problem ist also weniger die vermeintliche Delikatesse – eher die Haltung dahinter. Wer so etwas im 21. Jahrhundert ordert, will sich von der Masse abheben, so Lege.

Die Köchin Sarah Wiener hält es für unnütze Angeberei. „Es ist keine Luxusküche. Es ist eine dekadente Schwachsinnsküche.“ Die Haute Cuisine habe mehr zu bieten. Da gehe es um Originalität, Kreativität und Geschmackskompositionen. Blattgold sei weder besonders kreativ noch geschmacklich wertvoll. Man könne mit Geld prinzipiell machen, was man wolle. Die Art, das so zu zelebrieren und der Welt mitzuteilen, finde sie aber nicht nur dekadent, sondern „geradezu armselig“.

Ihr Kollege Alfons Schuhbeck nimmt Ribéry in Schutz: „Als Koch des FC Bayern München kann ich zu Ribérys Essverhalten nur sagen, dass er keinerlei merkwürdige Vorlieben hat.“ Aber auch er kann Gold auf dem Essen nicht viel abgewinnen: „Blattgold hat nichts mit kulinarischem Mehrwert, sondern mit schillernden Vorlieben der ,Bling-Bling’-Gesellschaft zu tun.“ dpa