Vermischtes

Immobilien Bundesgerichtshof urteilt zu Trittgeräuschen

Schallschutz muss erfüllt werden

Archivartikel

Karlsruhe.Von oben ist jeder Schritt zu hören, unten sind die Wohnungseigentümer genervt. Der Austausch von Teppich gegen Fliesen hat einen Nachbarschaftskrach ausgelöst. In dem Fall aus Nordrhein-Westfalen hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt entschieden, dass die Grenzwerte des Trittschallschutzes eingehalten werden müssen, die im Baujahr der Wohnung galten.

Das gelte auch dann, wenn die Geschossdecke fehlerhaft konstruiert ist und der Trittschallschutz bei ordnungsgemäßer Bauweise eingehalten würde, urteilte der V. Zivilsenat am Freitag in Karlsruhe. Er wies die Berufung des Eigentümers einer Dachgeschosswohnung gegen ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Düsseldorf zurück. „Zwischen Wohnungseigentümern bestehen Rücksichtnahmepflichten“, betonte die Vorsitzende Richterin Christina Stresemann.

Das Haus war 1962 gebaut worden, die Dachgeschosswohnung war bei einem Ausbau im Jahr 1995 entstanden und mit Teppichboden ausgestattet worden. 2008 ließ der Beklagte den Teppich gegen Fliesen austauschen. Ein Gutachten ergab 2013, dass die Geschossdecke nicht den Mindestanforderungen an den Schallschutz genügt. Die Eigentümergemeinschaft lehnte es aber ab, diese Decke entsprechend zu ertüchtigen. Das Landgericht verurteilte den Eigentümer der Dachgeschosswohnung, durch geeignete Maßnahmen den Trittschallpegel auf das zulässige Maß zu reduzieren.

Maßnahmen freigestellt

Nach Stresemanns Angaben darf sich der Trittschall durch Austausch des Fußbodenbelags verschlechtern, allerdings nur im Rahmen der gültigen Grenzwerte. Dem Beklagten sei es zumutbar, zum Beispiel Teppich auf den Fliesen zu verlegen oder Schallschutzmatten einzubauen. „Welche Maßnahme er ergreift, bleibt ihm überlassen“, urteilten die BGH-Richter. Demgegenüber sei die Ertüchtigung des Gemeinschaftseigentums aufwendiger und mit weitaus höheren Kosten verbunden. Ob der Beklagte Ansprüche gegen die Eigentümergemeinschaft auf Verbesserung der Geschossdecke hat, entschied der Senat nicht.

Die Vertreterin des Beklagten hatte in der Verhandlung im März argumentiert, dass die Fliesen ordnungsgemäß verlegt worden seien und sich der Eigentümer darauf verlassen durfte, dass die Geschossdecke den notwendigen Trittschallschutz gewährleiste. Deshalb müsse die Eigentümergemeinschaft eine Sanierung zahlen. Für die Kläger hatte dessen Anwalt erwidert, der Beklagte könne die Gemeinschaft ja in Anspruch nehmen. Wenn er das nicht mache, sei er verantwortlich. dpa

Zum Thema