Vermischtes

Weltraum Ursache für Fehlstart der Sojus-Rakete steht fest

Schlamperei bei Montage

Koroljow.Der Fehlstart einer russischen Sojus-Trägerrakete am 11. Oktober ist durch Schlamperei bei der Endmontage ausgelöst worden. Das teilten die Raumfahrtbehörde Roskosmos und ihr Chef Dmitri Rogosin gestern in Moskau mit.

Bei dem Unfall zwei Minuten nach dem Start von Baikonur in Kasachstan hatten sich zwar die Raumfahrer Sergej Owtschinin und Nick Hague unverletzt retten können. Der Fehlschlag bringt aber die Flugpläne zur Internationalen Raumstation ISS durcheinander, was auch den deutschen Astronauten Alexander Gerst betrifft. Den nächsten bemannten Start setzte Roskosmos für den 3. Dezember an. Rogosin sah Fehler beim Zusammenbau der Rakete vom Typ Sojus-FG im Weltraumgelände Baikonur als Auslöser für das Unglück. Die Arbeiter hätten bei der Montage eines Seitentanks an der ersten Raketenstufe „nicht die vorgeschriebenen Werkzeuge verwendet“, sagte er in einem Interview. Deshalb sei ein Sensor beschädigt worden, der sonst die Trennung der ersten von der zweiten Raketenstufe regelt.

„Das heißt, es ist kein Konstruktionsfehler“, sagte Rogosin. Der Umgang mit der Rakete sei falsch gewesen. „Es ist bewiesen, dass es wegen dieses Sensors passiert ist, und das kann nur bei der Montage der Rakete in Baikonur geschehen sein“, bestätigte Nikolai Sewastjanow, Generaldirektor eines Instituts für Raketenforschung. dpa