Vermischtes

Wetter Straßen in österreichischen Skigebieten gesperrt / Menschen von Lawinen verschüttet

Schneemassen schließen Touristen ein

Wien/München.Bei heftigem Schneefall sind viele Urlauber auf dem Rückweg aus den Weihnachtsferien in Österreich steckengeblieben. Tausende Touristen waren zeitweise in den großen Skigebieten Obertauern und Saalbach-Hinterglemm eingeschlossen. Die Zufahrtsstraßen wurden gesperrt, weil das Risiko von Lawinenabgängen zu hoch war. Für eine Lawinensprengung wurde die für den Reiseverkehr wichtige Tauernautobahn gesperrt.

Flug- und Bahnverkehr gestört

Im gesamten deutschen Alpenraum galt gestern die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Das bedeutet, dass sich große Lawinen schon durch ihr Eigengewicht auslösen können. Schnee verschüttete am Samstag in den Chiemgauer Alpen eine 20 Jahre alte Tourenskifahrerin. Die Frau aus dem Berchtesgadener Land starb. Im österreichischen Vorarlberg kam gestern ein deutscher Skifahrer bei einem Lawinenabgang ums Leben. Das Unglück passierte in Schoppernau. Der 26-jährige Dachauer war Berichten zufolge abseits der gesicherten Pisten unterwegs. Am Abend meldete die Vorarlberger Polizei einen weiteren Lawinentoten im nahe gelegenen Damüls.

In Zell am See wurde ein deutscher Snowboarder nach einer Nacht im Freien am Sonntag unverletzt gerettet. Er habe in einer selbstgebauten Schneehöhle unter einem Baum übernachtet, berichtete der 23-Jährige aus Würzburg den Rettern. Zuvor habe er aufgrund schlechter Sichtverhältnisse unfreiwillig die Piste verfehlt und sei immer mehr in unwegsames Gelände gekommen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab wegen der Schneemassen Unwetterwarnungen heraus. Straßen-, Bahn- und Flugverkehr wurden erheblich behindert. Die Deutsche Bahn meldete etliche Streckensperrungen. Am Münchner Flughafen waren Räumdienste am Dreikönigswochenende fast ununterbrochen damit beschäftigt, die Start- und Landebahnen von den Schneemassen zu befreien. Für gestern wurden nur noch 15 Annullierungen erwartet, wohingegen tags zuvor noch 130 Flüge ausfielen. Hunderte Flugzeuge hatten zum Teil erheblich Verspätung.

Bahnreisende brauchten besonders in Bayern viel Geduld: Der starke Schneefall behinderte den Zugverkehr vor allem südlich und westlich von München. Etliche Verbindungen im Allgäu und zum Beispiel Richtung Garmisch-Partenkirchen waren bis auf weiteres gesperrt.

Leichte Entspannung erwartet

Glück im Unglück hatten rund 300 Reisende, deren Nachtzug nach Zürich in der Nähe von Kitzbühel in Österreich mit einem umgestürzten Baum kollidierte. Nach vier Stunden auf offener Strecke wurden die Waggons in einen Bahnhof geschleppt, wo die Passagiere mit warmen Getränken versorgt wurden.

Im österreichischen Saalbach-Hinterglemm waren zeitweise rund 12 000 Wintersportler eingeschlossen. Rund 50 Prozent der Urlauber kommen hier aus Deutschland. Sie seien nicht in Gefahr, beruhigte Bürgermeister Alois Hasenauer. „Wir sind im Ort gut versorgt“, sagte er. Im Skigebiet Obertauern sollte gestern ein Konvoi für abreisende Gäste organisiert werden.

Gestern hielt im Alpenraum der starke Schneefall an. Die Experten erwarteten für die nächsten Tage eine leichte Entspannung der Lawinenlage, wenn sich die Neuschneemengen setzen. Ab Wochenmitte soll es teils bis in tiefe Lagen schneien, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.