Vermischtes

Missbrauchs-Vorwürfe Saarländischer Rundfunk legt Bericht zum Fall Wedel vor

Sender gesteht schwere Versäumnisse ein

Saarbrücken/Los Angeles.Nach den Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen Regisseur Dieter Wedel (75) im Zusammenhang mit einer TV-Produktion des Saarländischen Rundfunks (SR) hat der Sender Fehler der damaligen Verantwortlichen eingeräumt. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Funktionsträger ihrer besonderen Verantwortung nicht gerecht geworden sind“, teilte der SR gestern mit.

Der Sender hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Januar eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Der vorläufige Abschlussbericht liegt nun vor. SR-Intendant Thomas Kleist sagte dazu: „Es war hart, erfahren zu müssen, wie die damaligen Ereignisse als ,Privatsache‘ behandelt worden sind und wie wenig nachhaltig den Betroffenen geholfen und Beistand geleistet wurde.“

Mehrere Schauspielerinnen hatten Wedel in der Wochenzeitung „Die Zeit“ und im „Zeit-Magazin“ sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Der Regisseur wies das zurück. Es geht unter anderem um Vorfälle bei Dreharbeiten zur SR-Vorabendserie „Bretter, die die Welt bedeuten“ im Jahr 1980. Im Dezember 1980 hätten die Geschäftsführung der Produktionsfirma Telefilm Saar und mindestens auch der Fernsehprogrammdirektor von den Vorwürfen gewusst, berichtete der SR. In der Folge sei aber nicht konsequent gehandelt worden.

Unterdessen beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft in Kalifornien mit Vorwürfen gegen den US-Schauspieler Kevin Spacey („House of Cards“). Die Polizei im Bezirk Los Angeles habe am 5. April einen Fall vorgelegt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Die Angelegenheit „wird geprüft“. Zu dem angeblichen Vorfall mit einem erwachsenen Mann soll es im Oktober 1992 gekommen sein. dpa