Vermischtes

Meinung: Immer wieder gibt es Diskussionen um die Show – in diesem Jahr ist die Kritik wegen der Lage in Australien besonders heftig

Soll das Dschungelcamp abgesagt werden?

Ab Freitagabend läuft beim TV-Sender RTL wieder das Dschungelcamp in Australien. Wenn die Show beginnt, geht das nicht ohne Brimborium. Diesmal aber hat die Diskussion einen ernsten Hintergrund – weil Australien gegen extreme Buschbrände kämpfen muss.

Pro 

von Stephan Alfter 

Wenn das Dschungelcamp jemals ein Spiegelbild unserer Gesellschaft gewesen sein sollte, dann ist sie in einem katastrophalen Zustand - mehr denn je. Das Maß an Zynismus, das es braucht, um sich diese RTL-Trash-Produktion am Rand des australischen Katastrophengebiets reinzuziehen, sagt viel über die geistige Verfassung der Konsumenten aus. „Holt mich hier raus“ heißt es im Titel der Sendung. Das ist angesichts der Tatsache, dass die vermeintlichen Stars ja eigens dorthin fliegen, an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten. Über zwei Dutzend Menschen sind an den Folgen der Brände gestorben. Sie wären gerne „rausgeholt“ worden. Millionen Tierchen sind entweder qualvoll verreckt oder ihres Lebensraums beraubt. Und dann kommt der Sender aus Köln und stellt nebenan diesen überaus langweiligen Klamauk her. Dutzende Personen fliegen aus recht niederen Beweggründen Zehntausende Kilometer. Wahnsinn. Das Klima dankt – und schlägt zurück.

Kontra

von Stephanie Kuntermann

Es wird derzeit viel argumentiert für oder gegen das Dschungelcamp. Die Befürworter des Spektakels berufen sich auf die Einhaltung von Verträgen und auf Arbeitsplätze, die bei einem Stopp verloren gehen würden: schöne Worte angesichts der verheerenden Brände. Gleichwohl ist gegen den Ausstrahlungsort nichts einzuwenden. Denn gerade jetzt hätte er Vorteile: Statt die Kandidaten sinnlose Ekel-Prüfungen absolvieren zu lassen, könnten sie endlich einmal etwas Nützliches tun. Man muss sie ja nicht gleich mit dem Feuerwehr-C-Rohr zur Einsatzstelle schicken. Doch können auch Ungelernte wie die Z-Promis noch helfen – zweifellos eine Herausforderung für die kreativen Drehbuchschreiber. Nur eines sollte man vermeiden: viele Worte zu machen. Nicht nur, weil sie angesichts massiver finanzieller Interessen und der medialen Aufmerksamkeit ein Geschmäckle haben. Sondern auch, weil die ganze Debatte letztlich nur eins bewirkt: die Einschaltquoten hochzutreiben. 


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