Vermischtes

TV-Star Bekannter Sänger soll bei Kreuzfahrt über Bord gegangen sein

Sorge um vermissten Daniel Küblböck

Berlin/Hamburg.Seiner polarisierenden Wirkung in der Öffentlichkeit war sich der seit gestern vermisste Daniel Küblböck schon als junger Künstler durchaus bewusst. Alles, was er mache, spalte, sagte er 2004 nach der Aufführung des halbdokumentarischen Films „Daniel, der Zauberer. „Aber ich glaube, das macht mich aus.“

Welche Wirkung die Öffentlichkeit wiederum auf ihn hatte, darüber lässt sich nur spekulieren. Sicher ist, dass der seit längerem als Daniel Kaiser-Küblböck auftretende Sänger und Entertainer die Präsenz in den Medien gezielt suchte. Die bislang letzte Nachricht über den mittlerweile 33-Jährigen war eine besorgniserregende: Gestern teilte der Kreuzfahrt-Veranstalter Aida Cruises mit, Kaiser-Küblböck sei über Bord gegangen – und man nehme an, dass er gesprungen sei.

Mit gerade einmal 17 Jahren wurde der aus der Nähe von Hutthurm bei Passau stammende Teenager mit der markanten Brille schlagartig ins Rampenlicht katapultiert. In der ersten Staffel der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) kam er zwar nur auf den dritten Platz. Aber seine Dauerpräsenz in vielen Medien, die ihn als schrille und schräge Gestalt präsentierten, bot ihm die Chance für eine jahrelange Karriere als Sänger, Entertainer und Kandidat in Casting-Shows.

Eigentlich absolvierte er eine Ausbildung zum Kinderpfleger, aber nur Monate nach seinem Ausscheiden bei DSDS veröffentlichte Küblböck mit beträchtlichem Erfolg sowohl das Album „Positive Energie“ als auch – mit gerade einmal 18 Jahren – seine Autobiografie „Ich lebe meine Töne“. Schon damals galt Küblböck als Paradiesvogel, und diese Rolle pflegte der Sänger – etwa als Kandidat bei der ersten Staffel der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ Anfang 2004. Er sammelte auch diverse Auszeichnungen und Goldene Schallplatten ein.

Selbst ungeplante Zwischenfälle steigerten seinen Ruf als bizarre Gestalt mit Unterhaltungswert. In die Schlagzeilen geriet Küblböck etwa, als er 2004 am Steuer eines Autos einem Lastwagen die Vorfahrt nahm und dabei schwer verletzt wurde. Dass es sich dabei um einen Gurkenlaster handelte, durfte in kaum einem Medienbericht fehlen. Wenige Monate später erschien der Film „Daniel, der Zauberer“, der in den Kinos aber fulminant floppte.

Adoption sorgte für Aufsehen

In den nächsten Jahren folgten weitere TV-Auftritte, etwa 2005 bei „Big Brother“ oder 2015 bei „Let’s Dance“, sowie etliche – mehr oder weniger erfolgreiche – Plattenaufnahmen und Tourneen. In den Fokus der Öffentlichkeit geriet der Sänger auch 2011, als er von einer Millionärin adoptiert wurde und fortan Kaiser-Küblböck hieß, oder 2013 nach dem Tod seines älteren Bruders Michael, zu dem er nach eigener Darstellung jahrelang keinen Kontakt mehr hatte.

In den vergangenen Jahren wurde es ruhig um Daniel Kaiser-Küblböck, der zuletzt in Berlin und Palma de Mallorca lebte. Auf seiner Homepage war für den vorigen Samstag ein Auftritt in Berlin angesagt – doch da war Kaiser-Küblböck den Aida-Angaben zufolge bereits auf einem Kreuzfahrtschiff zwischen Grönland und Neufundland unterwegs.