Vermischtes

Gesundheit WHO aktualisiert Katalog nach fast 30 Jahren

Spielsucht als Störung anerkannt

Archivartikel

Genf.Video- oder Online-Spielsucht ist nun eine international anerkannte Gesundheitsstörung. Sie ist in die „Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-11)“ aufgenommen, die auf der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Wochenende formell angenommen wurde. Dieser Katalog umfasst 55 000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen. Er ist erstmals seit fast 30 Jahren neu gefasst worden und tritt am 1. Januar 2022 in Kraft.

Video- und Online-Spielsucht beginnt für die WHO, wenn ein Mensch über mehr als zwölf Monate alle anderen Aspekte des Lebens dem Spielen unterordnet, Freunde verliert oder seine Körperhygiene vernachlässigt. Die Spiele-Industrie hatte dagegen protestiert, weil sie fürchtet, dass Menschen, die viel spielen, plötzlich als therapiebedürftig eingestuft werden. „ICD-11 ist für das 21. Jahrhundert modernisiert worden und spiegelt Fortschritte in Wissenschaft und Medizin wider“, teilte die WHO mit. Die neue Version stehe digital zur Verfügung und lasse sich in die Informationssysteme der Gesundheitsbehörden integrieren. Auch zwanghaftes Sexualverhalten wurde neu in die Liste der Gesundheitsstörungen aufgenommen. dpa