Vermischtes

Unglück Nach neuem Bericht wurde Zweijähriger in Spanien durch Spitzhacke getötet

Starb Julen im Bohrloch erst durch Retter?

Archivartikel

Madrid.Rund einen Monat nach der Bergung der Leiche des kleinen Julen aus einem Brunnenschacht in der Nähe von Málaga sorgt ein neues Dokument in Spanien für Aufsehen. In dem Bericht heißt es, dass nicht der Sturz, sondern der Einsatz der Rettungskräfte für den Tod des Kindes verantwortlich sein könnte. Die Anwälte des Finca-Besitzers, auf dessen Grundstück das Unglück passierte, hätten diese These jetzt der zuständigen Richterin unterbreitet, berichtete die Zeitung „El País“. Der Mann ist der Einzige, gegen den in dem Fall ermittelt wird.

Julen war Mitte Januar in Totalán in ein über 100 Meter tiefes, illegal gegrabenes Bohrloch gefallen. Seine Leiche wurde zwei Wochen später in 70 Metern Tiefe gefunden. Laut dem Autopsiebericht starb der Junge am Tag des Unfalls an schweren Kopfverletzungen: Demnach löste sich während des Sturzes Gestein, das auf das Kind herabfiel und die Schädelverletzungen verursachte.

Der neue Bericht versucht zu belegen, dass Julen durch den Einsatz der Rettungskräfte mit einer Spitzhacke zu Tode gekommen sein könnte. Es sei mit zehn Schlägen versucht worden, Erde zu lockern, um zu Julen vorzudringen, zitierte „El País“ aus dem Bericht. Dabei sei der Junge offenbar getroffen worden. „Das ist das Einzige, was die körperlichen Verletzungen am Kopf des Minderjährigen verursachen konnte“, hieß es. An der Spitzhacke seien acht Haare des Kindes, einige sogar noch mit Wurzel, entdeckt worden.

Gegen den Finca-Besitzer wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Ihm wird vorgeworfen, den Schacht nicht gesichert zu haben. Der Mann hat dies bestritten und beteuert, das Loch abgedeckt zu haben. dpa