Vermischtes

Türkei Hunderte Verletzte nach Beben noch in Kliniken

Steigende Opferzahlen

Archivartikel

Istanbul.Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in der Osttürkei mit Dutzenden Toten suchen Rettungskräfte in Eiseskälte weiter nach Überlebenden. Die Helfer bargen jedoch nur weitere Leichen aus den Trümmern – die Zahl der Toten stieg nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad auf 38.

Das Beben der Stärke 6,8 hatte am Freitagabend gegen 21 Uhr (Ortszeit) die Provinz Elazig erschüttert, auch in der Nachbarprovinz Malatya starben Menschen. Das Epizentrum lag im Bezirk Sivrice. Mehr als 1600 Menschen wurden verletzt. Gesundheitsminister Fahrettin Koca sagte, mehr als hundert würden noch im Krankenhaus behandelt, 13 davon seien auf der Intensivstation.

Viele Gebäude beschädigt

Fußballfans des Istanbuler Erstligisten Fenerbahce unterstützten die Erdbebenopfer derweil in einer aufsehenerregenden Aktion: Sie warfen am Samstagabend während des Spiels gegen Basaksehir ihre Schals und Mützen auf den Platz und skandierten: „Elazig friere nicht, Fenerbahce ist mit dir.“ Nach Angaben des Senders NTV wurden die Kleidungsstücke eingesammelt und sollen zu den Opfern geschickt werden. Die Fans des Erstligisten Besiktas schickten mehr als 3800 Decken in die Erdbebenregion, wie der Club mitteilte.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Elazig am Samstag besucht und versprach, beschädigte und zerstörte Häuser schnell wieder aufzubauen. In den Provinzen Elazig und Malatya wurden laut Afad insgesamt etwa 650 Gebäude schwer beschädigt, etwa 80 seien eingestürzt.

Erst zum 20. Jahrestag des Gölcük-Bebens im August hatte die Bauingenieurskammer von Istanbul gewarnt, dass geschätzt eine Million Gebäude in Istanbul nicht erdbebensicher seien. dpa

Zum Thema