Vermischtes

Wetter Bundesweit Tausende Einsätze / Zugausfälle auf der Schnellstrecke Frankfurt – Köln

Sturmtief „Franz“ folgt auf „Eberhard“

Offenbach/Berlin.Das Wetter gibt in Deutschland keine Ruhe. „Weitere Sturmtiefs werden in dieser Woche erwartet“, sagte Meteorologe Marco Manitta vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gestern in Offenbach. Nach „Dragi“ am Samstag und „Eberhard“ am Sonntag greifen voraussichtlich heute „die Ausläufer von Sturmtief ,Franz’ auf Deutschland über“, hieß es. Bis zum Wochenende werde es „windig bis stürmisch bleiben, teils mit Regen“, sagte der Meteorologe. „Das unbeständige Wetter setzt sich fort.“

Sturm „Eberhard“ fegte am Sonntag mit Böen bis Windstärke elf und zwölf erst über Nordrhein-Westfalen und Teile von Niedersachsen hinweg, bevor er am Abend Thüringen und Sachsen erreichte. In Bestwig im Sauerland kam ein 47 Jahre alter Autofahrer ums Leben, als ein entwurzelter Baum auf sein fahrendes Auto fiel. In der Nacht zu Sonntag starb im Krankenhaus eine 48-jährige Autofahrerin, die im brandenburgischen Schraden bei Cottbus in einer Böe am Samstag die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren hatte.

Dorf abgeschnitten

Einsatzkräfte kämpften bundesweit bei Tausenden von Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern, allein in Nordrhein-Westfalen waren laut Landesinnenministerium mehr als 20 000 Feuerwehrleute im Einsatz. In Thüringen wurde das Dorf Mönchsberg durch quer liegende Bäume vollständig von der Außenwelt abgeschnitten – erst gestern Nachmittag war es wieder erreichbar. Auch in Bayern und Baden-Württemberg kam es zu mehreren Hundert Einsätzen wegen des Sturms, während die nördlichen Bundesländer weitestgehend von „Eberhard“ verschont blieben.

Nach den heftigen Sturmschäden, die den Bahnverkehr am Sonntag in Nordrhein-Westfalen komplett zum Erliegen brachten, war gestern Nachmittag noch die Strecke zwischen Wuppertal und Solingen gesperrt. „Da räumen wir noch auf“, sagte ein Bahnsprecher. ICE-Züge wurden über Düsseldorf umgeleitet. Auf der Schnellfahrtstrecke Frankfurt – Köln fielen laut Bahn einzelne Züge aus. Auch auf der Strecke Rosenheim – Kufstein gab es wetterbedingte Einschränkungen.

Auf dem Dach des Kölner Doms löste sich durch den Sturm eine Verankerung. Zur Sicherheit blieb die darunter liegende Domschatzkammer gestern geschlossen, wie die Dombauhütte mitteilte. Der davor liegende Bereich auf der Domplatte wurde abgesperrt. Kleine lose Steinfragmente seien von der Kathedrale heruntergeweht worden.

Auch Nachbarländer betroffen

Auch die Menschen in Tschechien hat der Sturm beeinträchtigt. Mehr als 300 000 Haushalte waren gestern Morgen ohne Strom, weil Leitungen beschädigt waren, wie die Versorgungsunternehmen mitteilten. Die Feuerwehren rückten im ganzen Land zu Hunderten Einsätzen aus, um umgefallene Bäume von Straßen zu räumen und Dächer zu sichern. Im Eisenbahnverkehr kam es zu teils erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. Betroffen war auch der internationale Zugverkehr auf den Strecken zwischen Regensburg und Pilsen (Plzen) sowie zwischen Budweis (Ceske Budejovice) und Linz.

In Polen hat heftiger Wind ebenfalls landesweit zu Stromausfällen geführt und zahlreiche Sturmschäden verursacht. Fast 400 000 Haushalte waren nach Unwettern am Wochenende ohne Strom, wie das Sicherheitszentrum der Regierung gestern bilanzierte. Rund 700 Häuser wurden beschädigt, die Feuerwehr rückte zu fast 3000 Einsätzen aus, um umgefallene Bäume zu beseitigen oder abgerissene und beschädigte Dächer zu sichern. dpa

Info: Prognosen für die Region unter morgenweb.de/wetter