Vermischtes

Bauwerke Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt, feiert zehnten Geburtstag / Dubai bereitet sich auf die Weltausstellung 2020 vor

Symbol von Glanz und Glamour

Archivartikel

Dubai.Nur eine Minute braucht der Lift in den 124. Stock: Das höchste Gebäude der Welt hat dennoch nur den drittschnellsten Aufzug der Welt. Doch den allermeisten Besucher dürfte dies egal sein. Sie kommen, um auf der Plattform 452 Meter über dem Boden die Aussicht zu genießen und das Spektakel unter ihnen – das Luxus-Einkaufszentrum Dubai Mall, den tanzenden Springbrunnen, das neue Opernhaus und überhaupt die Stadt der Superlative.

Als das Burj Khalifa vor zehn Jahren am 4. Januar eingeweiht wurde, lag der Turm der Superlative inmitten einer Fläche von Wüstensand und Baustellen; heute hat sich hier ein eigenes Stadtviertel gebildet – Dubai Downtown, das sich vollmundig „The Center of Now“ („Das Zentrum des Jetzt“) nennt. So gut wie jeder der knapp 16 Millionen Besucher, die das Wüstenemirat jährlich verzeichnet, kommt hierher. Die Beliebtheit von Dubai, der inzwischen viertmeistbesuchten Stadt der Welt, scheint ungebrochen. Das Burj ist das ultimative Symbol von Glanz und Glamour und steht für das so unbescheidene Motto von Dubai: „Entdecke alles, was möglich ist“.

In den zehn Jahren seines Bestehens ist das Burj zu einer globalen Ikone geworden: Es begann an Silvester das neue Jahr mit einem Riesen-Feuerwerk und einer Lichtershow. Im März wird dann zur „Earth Hour“, einer weltweiten Umweltaktion, die Beleuchtung für eine Stunde ausgeschaltet. Mit Projektionen auf seiner Außenfassade reagiert das Burj auch auf tragische wie freudige Momente: Im März 2019 gedachte es der Opfer des Moscheen-Anschlags in Neuseeland, im April 2019 erinnerte es mit einer Projektion der Flagge von Sri Lanka an die über 250 Toten der Osterattentate, im September feierte es das 25. Jubiläum der amerikanischen TV-Serie „Friends“ und im Oktober 2019 ehrte es Indiens Unabhängigkeitskämpfer Mahatma Gandhi anlässlich seines 150. Geburtstages.

Der Turm hat neben einem Hotel auch 900 Luxus-Wohnungen. Für die Bewohner der oberen Stockwerke hat die Regierung von Dubai extra eine spezielle Regel für den Fastenmonat Ramadan erlassen. Weil für die Bewohner der höheren Etagen aufgrund der Erdkrümmung die Sonne erst später am Horizont verschwindet, muss dort das Fastenbrechen entsprechend später begangen werden. Bewohner zwischen dem 60. und 120. Stock müssen mit dem Abendessen zwei Minuten länger warten als diejenigen, die sich ebenerdig aufhalten. Wer jenseits des 120. Stocks wohnt, muss sich sogar drei Minuten mehr gedulden.

Rekord ungebrochen

Das Burj löste 2009 den Wolkenkratzer Taipei 101 als die höchste von Menschen erbaute Struktur ab. Dieser Höhenrekord ist seit zehn Jahren ungebrochen, obwohl Dubai in seiner typischen Art bereits mehrmals angekündigt hat, den Rekord noch überbieten zu wollen. Konkrete Pläne gibt es aber nicht.

Rekord-Bauwerke und Wirtschaftskrisen gehen oft Hand in Hand. In der Tat war Dubai kurz vor der Eröffnung des Prestige-Baus das Geld ausgegangen. Immobilienpreise im Emirat waren um 50 Prozent gefallen. Nur eine Rettungsaktion mit zehn Milliarden Dollar durch das erdölreiche Nachbaremirat Abu Dhabi rettete Ende 2009 die Stadt und ihr Mega-Turm-Projekt.

Inzwischen befindet sich Dubai erneut in einer wirtschaftlichen Krise: Im Jahr 20018 lag das Wachstum bei lediglich 1,94 Prozent, der niedrigste Stand seit der Schuldenkrise vor zehn Jahren. Die Immobilienverkäufe sind um 21,5 Prozent gesunken. Dubai hofft, dass ein neues Mega-Projekt die lahmende Wirtschaft wieder in Schwung bringt: Die Expo-Weltausstellung, die am 20. Oktober 2020 eröffnet werden soll, soll nicht nur 300 000 neue Jobs schaffen, sondern auch Investoren anlocken. Als „die größte Show der Welt“, bewirbt Dubai die Veranstaltung, deren Kernstück, der Al-Wasl-Dom, eine 130 Meter breite Stahlkuppel, ein neues Wahrzeichen am Persischen Golf werden soll.

Zum Thema