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Interview Meteorologe Marcus Beyer erklärt, wie Wind und Böen vorhergesagt werden

„Tödliche Geschosse“

Mannheim.Meterologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst beschreibt die Entstehung von Wind und erklärt, wie es zu Böen kommt.

Was ist gefährlich an den Böen?

Marcus Beyer: Bäume können umfallen, Dachziegel herabstürzen oder Dächer abgedeckt werden. Es ist riskant, draußen unterwegs zu sein, beispielsweise im Wald oder beim Autofahren. Denn alles was beweglich ist, kann zum tödlichen Geschoss werden. Oder man kann vom Baum erschlagen werden.

Wie wird Wind vorherhergesagt?

Beyer: Wind entsteht zwischen Tief- und Hochdruckgebieten. In einem Hoch ist mehr Luft und die muss woanders hin. Die Druckunterschiede werden also ausgeglichen. Je höher der Druckunterschied ist, desto stärker ist der Wind. Das ist der Mittelwind. Bei Böen muss man sich höhere Luftschichten anschauen. Dort sind die Winde stärker. Diese stärkeren Winde können nach unten kommen, beispielsweise durch Schauer oder Gewitter. Wir schauen uns also die Windgeschwindigkeiten in der Höhe an. Diese geben Auskunft darüber, wie stark die Böen sein können, die dann in den unteren Luftschichten ankommen.

Ist das normal für die Jahreszeit?

Beyer: Das Wetter ist typisch für die kalte Jahreshälfte. Vom Herbst bis zum Frühjahr sind die Unterschiede zwischen den Polen und dem Äquator am größten. Durch die großen Luftmassenunterschiede bilden sich im Grenzbereich über den mittleren Breiten kräftige Tiefdruckgebiete. Ein Ausgleich der Luftdruckgegensätze erfolgt durch den Wind.

Warnt der Wetterdienst nur oder kann er auch Veranstaltungen absagen?

Beyer: Wir stehen in enger Verbindung mit Behörden, also beispielsweise der Feuerwehr und dem Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum des Bundes und der Deutschen Bahn. Auch Veranstalter fragen bei uns nach. Sie müssen dann auf Grundlage unserer Informationen selbst entscheiden.

Das Interview wurde telefonisch geführt. Es wurde dem Gesprächspartner zur Autorisierung vor der Veröffentlichung vorgelegt.