Vermischtes

Iran Experten messen Stöße der Stärke 7,3 in Grenzregion zu Irak

Tote und Verletzte bei Erdbeben

Teheran/Bagdad.Ein schweres Erdbeben hat die südlichen Kurdengebiete in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Nordirak erschüttert. Medienberichten zufolge gab es einige Tote und Dutzende Verletzte. Konkrete Zahlen lagen noch nicht vor. Die Erdstöße gestern Abend hatten eine Stärke von 7,3, wie das Geoforschungszentrum Potsdam und die US-Erdbebenwarte USGS meldeten.

Nach Angaben der deutschen Forschungsstelle lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der iranischen Provinz Kermanschah; die US-Experten verorteten das Epizentrum etwas weiter westlich auf irakischer Seite der Grenze. Sicher ist: Es handelt sich um eine abgelegene Bergregion, die dünn besiedelt ist.

Bis in die Türkei spürbar

Das iranische Staatsfernsehen meldete, in der iranischen Grenzstadt Ghassre Schirin seien mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, es seien bislang 25 Verletzte registriert worden. Es wurden Rettungsteams in die Stadt geschickt, aber wegen des immer noch andauernden Stromausfalls in der Stadt könnten diese kurzfristig nicht effektiv eingesetzt werden, teilte das Gouverneursamt in Ghassre Schirin mit.

Die Rettungsarbeiten, dann auch mit Hubschraubern und Spürhunden, könnten erst beginnen, wenn es wieder hell wird. Es sei also unklar, ob noch Menschen unter den Trümmern sind. Mehrere kurdische Medien berichteten übereinstimmend, das Beben sei in zahlreichen kurdischen Städten und Provinzen wie Halabdscha, Erbil und Duhok zu spüren gewesen. Laut der Nachrichtenseite "Kurdistan24.net" wurden in der Stadt Chanakin 16 Menschen mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht; in der Stadt Kore in der Provinz Erbil hätten Augenzeugen von zwei Todesopfern berichtet. Offiziell bestätigt wurden diese Zahlen zunächst nicht.

Der türkische Gesundheitsminister Ahmed Demircan bot dem Nordirak unterdessen Hilfe aus seinem Land an, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Das Beben soll Berichten zufolge auch in weit entfernten Gebieten zu spüren gewesen sein, so in Kuwait und in Teilen der Türkei. Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) twitterte, man beobachte die Situation in der Erdbebenregion genau und halte sich für Einsätze bereit. dpa