Vermischtes

Naturkatastrophe Erneut bebt die Erde in Inselstaat

Tsunami sucht Indonesien heim

Archivartikel

Jakarta.Bei einem Tsunami sind auf der indonesischen Insel Sulawesi gestern mehrere Menschen ums Leben gekommen. Über die Uferpromenade der Küstenstadt Palu brach nach einem starken Erdbeben eine hohe Welle herein. Nach Angaben der Behörden riss sie Dutzende Häuser mit. Viele Anwohner gerieten in Panik. Betroffen waren auch andere Ortschaften. Das genaue Ausmaß der Schäden war auch nach Stunden noch unklar.

Die nationale Katastrophenschutzbehörde bestätigte am Abend (Ortszeit), dass „mehrere Menschen“ in den Trümmern ihrer Häuser starben. Genauere Angaben machte sie nicht. Nach Angaben von Augenzeugen wurden etwa 50 Gebäude beschädigt, darunter eine Shopping Mall sowie eine Moschee. Die Welle soll etwa 1,5 Meter hoch gewesen sein. Die Rettungsarbeiten und die Suche nach Opfern wurden durch Dunkelheit erschwert. Zudem stand Wasser in den Straßen.

Das Beben hatte nach offiziellen Angaben eine Stärke von 7,7. Der Sender Metro TV zeigte Aufnahmen, die in Palu mit einer Handykamera gemacht wurden. Darauf ist zu sehen, wie eine mächtige Welle langsam heranrollt und dann mit großer Gewalt Häuser mitreißt. Der Augenzeuge Dio Abdullah sagte: „Ich hatte große Angst, als ich die Wellen auf mich zukommen sah.“ Ein anderer Bewohner von Palu schrie: „Betet für mich, damit ich das überlebe.“

Vieles in Trümmern

Viele Menschen versuchten, sich in oberen Stockwerken und auf höher gelegenen Straßen in Sicherheit zu bringen. Der Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde, Sutop Nugroho, sagte, „viele Gebäude“ seien jetzt in Trümmern. Auch andere Küstengemeinden seien betroffen. „Wir sammeln noch Informationen, wie groß der Schaden und die Zahl der Opfer tatsächlich sind.“ Möglicherweise wird man erst im Lauf des heutigen Samstags Genaueres wissen.

Die 350 000-Einwohner-Stadt Palu liegt an der Westküste von Sulawesi, einer der größten indonesischen Inseln. Die Behörden hatten kurz nach dem Beben um 18.02 Uhr Ortszeit (13.02 Uhr MESZ) bereits vor einem Tsunami gewarnt, die Warnung dann aber wieder aufgehoben. Die Lage war auch nach Mitternacht (Ortszeit) noch sehr unübersichtlich. Unklar war auch, ob der Tsunami vor oder nach der Warnung auf die Küste traf. dpa