Vermischtes

Gesellschaft Mädchen und junge Frauen erleben online mehr Belästigungen und Bedrohungen als auf der Straße

Umfrage: 58 Prozent Opfer von Gewalt

Archivartikel

Hamburg.Mädchen und junge Frauen erleben online mehr Belästigung als auf der Straße. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kinderrechtsorganisation Plan International, die am Montag zum Weltmädchentag am 11. Oktober vorgestellt wurde. Demnach erfahren 58 Prozent der Befragten Bedrohungen, Beleidigungen und Diskriminierungen in sozialen Medien – in Deutschland sogar 70 Prozent. Für die Umfrage wurden weltweit 14 000 weibliche Personen zwischen 15 bis 24 Jahren befragt – 1003 in Deutschland.

„Die Ergebnisse des Mädchenberichts zeigen, wie machtlos sich viele Mädchen und junge Frauen in sozialen Netzwerken fühlen, und dass es viel zu wenig Mechanismen gibt, um wirksam gegen Angriffe und Schikane vorzugehen“, sagte Plan-Geschäftsführerin Maike Röttger. Mädchen hätten das Recht darauf, sich frei und sicher im Netz zu bewegen und sich zu Themen zu positionieren. „Aber sie werden viel zu oft mundtot gemacht“, so Röttger. Plan International rufe daher alle Nutzerinnen von sozialen Medien auf, einen offenen Brief mit Forderungen nach Maßnahmen an die Betreiber der Plattformen zu unterschreiben.

Denn die Folgen seien gravierend: 13 Prozent der Betroffenen weltweit nutzen die sozialen Medien weniger, 13 Prozent schreiben keine Posts mehr, acht Prozent melden sich ab. In Deutschland reduzieren elf Prozent die Nutzung, neun Prozent posten nichts mehr und fünf Prozent melden sich ab. In Deutschland liege Instagram als Plattform mit den meisten Angriffen (45 Prozent) vor Facebook (35 Prozent). dpa

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