Vermischtes

Erpresser-Prozess Angeklagter verletzt sich selbst vor Beginn

Verhandlung verschoben

Archivartikel

Ravensburg.Der Prozess um vergiftete Babynahrung ist wegen eines Suizidversuchs des Angeklagten vertagt worden. Der Anstaltsarzt im Gefängnis Ravensburg sprach von einem nicht ganz unernst gemeinten Suizidversuch, wie ihn gestern der Vorsitzende Richter zitierte. Auch manipulative Absichten könnten den Angaben zufolge dahinterstecken. Der mutmaßliche Super-markterpresser war bei einer Kontrolle in der Justizvollzugsanstalt mit Schnittwunden am Unterarm gefunden worden. „Es steht auch im Raum, dass Schlafmittel genommen worden sind“, so der Richter weiter.

Außer Lebensgefahr

Nachdem der Prozessauftakt vor dem Landgericht Ravensburg am Morgen aufgeschoben worden war, war eine weitere medizinische Untersuchung für die Mittagszeit anberaumt worden. Der Angeklagte sei außer Lebensgefahr, aber nicht verhandlungsfähig, hieß es wenig später. Der Prozess soll nun am 8. Oktober beginnen. Ein Sprecher des Landgerichts erklärte, der Verletzte werde im Gefängnis behandelt.

Dem mutmaßlichen Super-markterpresser werden laut Gericht versuchter Mord in fünf Fällen, versuchte besonders schwere räuberische Erpressung in sieben Fällen und gemeingefährliche Vergiftung vorgeworfen. Der Mann hatte zugegeben, den Giftstoff Ethylenglykol in fünf Gläser mit Babynahrung gemischt und in Geschäften in Friedrichshafen am Bodensee platziert zu haben. Um 11,75 Millionen Euro zu erpressen, drohte er, weitere Lebensmittel zu vergiften. dpa