Vermischtes

Wiesn-Abc Heute startet in München das weltgrößte Volksfest / Sechs Millionen Besucher erwartet

Von A wie Anstich bis Z wie Zeltschluss

München.Das Fest der Feste steht in München vor der Tür. Am heutigen Samstag - dem ersten Festtag - werden 500 000 Besucher erwartet, bis zum Ende am 3. Oktober sollen es knapp sechs Millionen sein. Nützliches und weniger nützliches Wissen rund um das Oktoberfest:

A wie Anstich: Um Punkt 12 Uhr sticht der Münchner Oberbürgermeister am ersten Wiesn-Samstag im Schottenhamel-Zelt das erste Fass an und ruft: "O'zapft is!"

B wie Bier und Brezn: Bilden den Markenkern des Festes. Kein Wiesn-Plakat kommt ohne sie aus.

C wie Camping: Am Campingplatz in Thalkirchen leben vorzugsweise Australier in Zelten. In Campern kommen die Italiener, sie parken gern nah am Festgelände.

D wie Dirndl: Mit Landhausmode hatte der Trachtenhype begonnen und über Minidirndl zuletzt zu einem etwas gehobeneren Stil geführt. Insider meinen allerdings: Die Pracht der Tracht verblasst wieder.

E wie Essen: Mehr als 100 Ochsen, fast 60 Kälber, gut 360 000 Hendl und mehr als 28 Tonnen gebrannte Mandeln verspeisten hungrige Gäste im Jahr 2016.

F wie Flirten: Flirten gehört zur Wiesn wie Brezn und Bier.

G wie Gspusi: Klappt es mit dem Flirten, hat man - für mindestens einen Abend - ein Gspusi.

H wie Hügel: Im Winter fahren Kinder mit dem Schlitten hinunter, zur Wiesn-Zeit geht es auf dem Hügel hinter den Zelten nicht gerade jugendfrei zu. Paare kommen sich näher, Wiesngäste erleichtern ihre Blase oder ihren Magen, manche schlafen dort ihren Rausch aus.

I wie Italiener-Wochenende: Das mittlere der drei Wiesn-Wochenenden gilt traditionell als besucherstärkstes - und Zehntausende italienische Gäste tragen dazu bei.

J wie Jubel: Er brandet auf, wenn der Oberbürgermeister das erste Fass angezapft hat.

K wie Käferzelt: Hier knutschten die Effenbergs, und zum traditionellen Wiesn-Besuch des FC Bayern bringen die Spieler ihre Frauen mit. Das nach der Wirtsfamilie Käfer benannte Zelt am Ende der Bierstraße ist das Promi-Zelt Nummer eins.

L wie Lebkuchenherz: Spatzl, Mausi oder der "Gruß vom Oktoberfest" - wer ohne Lebkuchenherz nach Hause geht, ist selbst schuld.

M wie Maß: Die Maß ist weiblich und wird mit kurzem a und scharfem s gesprochen. Wer "ein Maaaß Bier" bestellt, outet sich sofort als Zugroaster (Zugereister). 6,6 Millionen Maß tranken die Gäste 2016.

N wie Noagerl: Der unappetitliche Rest in der Maß heißt Noagerl und teilt die Welt in drei Trinktypen: die, die auf den letzten Schluck verzichten, die, die ihn trinken, und die, die ihn in die nächste Maß kippen.

O wie Öffnungszeit: Kompliziert. Ab 9 Uhr dürfen Gäste aufs Gelände. Der Bierausschank beginnt an Wochenenden um 9, unter der Woche um 10 Uhr. Fahrgeschäfte machen um 10 Uhr auf. Schluss mit Musik und Bier ist je nach Zelt zwischen 22.30 Uhr und 0.30 Uhr, bei den Schaustellern endet der Betrieb zwischen 23.30 und 24 Uhr.

P wie Prosit der Gemütlichkeit: Es ist der Wiesn-Gassenhauer schlechthin. Wenn er ertönt, heißt es: hoch die Krüge und gsuffa.

Q wie Quiz: Sind Sie fit für die Wiesn? Sprechen Sie Bayerisch? Vor dem Fest kursieren allerlei Fragebögen, die aber keinerlei Konsequenz für den Wiesnbesuch haben.

R wie Reservierung: An sich kostenfrei, die meisten Zelte verlangen aber den Kauf von Verzehrgutscheinen, etwa für zwei Maß Bier und ein Hendl. Im Internet werden Reservierungen aber zu astronomischen Preisen gehandelt - 3000 bis 6000 Euro für einen Zehnertisch.

S wie Sicherheit: Seit 2016 sind Taschen und Rucksäcke mit mehr als drei Litern Volumen verboten. Das Festgelände ist eingezäunt. Ordner kontrollieren an den Eingängen.

T wie Terrorsorgen: Sie erreichten die Wiesn 2009. Das Terrornetzwerk Al Kaida hatte in einem Drohvideo den Haupteingang des Volksfestes gezeigt. Damals wurden Poller und Betonsperren installiert.

U wie Umsatz: Dieses Jahr müssen die Wirte ihre Umsätze gegenüber der Stadt offenlegen. Denn um die erhöhten Kosten für die Sicherheit zu finanzieren, werden sie mit einer Umsatzpacht zur Kasse gebeten.

V wie Vollrausch: Auch wenn die Verantwortlichen immer wieder den traditionellen Charakter der Wiesn betonen: Für viele ist sie in erster Linie das größte Bierfest der Welt, das oft im Vollrausch endet.

W wie Weinzelt: Kaum zu glauben, aber nicht überall auf der Wiesn gibt es Bier aus Maßkrügen. Im Weinzelt trinkt man - wie der Name schon sagt - Wein.

X wie xuffa: Wenn es zur Wiesn wieder heißt "oans, zwoa, drei...", dann kann der bierselige Münchner "gsuffa" rufen oder "xuffa". Grammatikalisch ist "xuffa" das Partizip Perfekt von "saufen". Faktisch ist es ein Imperativ und fordert auf, die Maß Bier krachend gegen eine andere zu donnern und einen tiefen Schluck zu nehmen.

Y wie Yokohama: Die Wiesn ist ein Exportschlager. Sogar in Yokohama in Japan gibt es ein Oktoberfest.

Z wie Zeltschluss: Um 22.30 Uhr ist in den meisten Zelten Schluss: Ab dann gibt es kein Bier mehr. Die letzte Stunde verbringen die Ordnungskräfte vor allem damit, Betrunkene aus den Zelten zu treiben.