Vermischtes

Missbrauchsskandal Nach dem desaströsen TV-Interview zum Fall Epstein fordern Opferanwälte Konsequenzen

Wachsende Kritik an Prinz Andrew

Archivartikel

London.Der britische Prinz Andrew (59) gerät nach seinem Interview zum Missbrauchsskandal um den toten US-Multimillionär Jeffrey Epstein immer stärker unter Druck. Rechtsanwälte von Frauen, die Epstein Missbrauch vorwerfen, forderten vom Prinzen, eine Erklärung bei der US-amerikanischen Ermittlungsbehörde FBI abzugeben. „Er scheint überhaupt kein Mitleid für die Opfer zu haben, und er scheint seine lange Freundschaft mit Jeffrey Epstein nicht zu bereuen“, sagte Anwältin Lisa Bloom, die einige der Frauen vertritt, dem britischen Nachrichtensender Sky News.

Einhellig hatten Kommentatoren in Großbritannien das BBC-Interview mit Andrew als „enttäuschend“ oder sogar „katastrophal“ bezeichnet. Royal-Experten halten es für möglich, dass Andrew künftig mit seinen Aufgaben nicht mehr zum Kern des Königshauses gehören wird. Sie gehen davon aus, dass nach dem Tode von Queen Elizabeth II. (93) Thronfolger Prinz Charles ohnehin die Zahl der Repräsentanten des Königshauses reduzieren wird. „Wenn es eine verschlankte Monarchie gibt, dann dürfte Andrew wohl keine große Rolle mehr dabei spielen“, sagte die Chefredakteurin des „Majesty Magazine“, Ingrid Seward, im BBC-Interview. Prinz Andrew ist auf Platz Acht der Thronfolge.

Der Prinz war jahrelang mit dem Geschäftsmann Epstein befreundet. Der vorbestrafte US-Amerikaner wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Zudem baute Epstein laut Anklageschrift zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring auf. Eines der Opfer behauptet, mehrmals zum Sex mit Andrew gezwungen worden zu sein. Der Royal weist dies strikt zurück. Epstein hatte sich am 10. August in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen. dpa

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