Vermischtes

Kriminalität Gruppe erneut in U-Haft

Wende im Augsburger Tötungsfall

Archivartikel

Augsburg.Steckte doch mehr hinter dem tödlichen Angriff auf einen Passanten in Augsburg? Das Oberlandesgericht (OLG) München hat sechs zwischenzeitlich freigelassene Tatverdächtige wieder in Untersuchungshaft geschickt. Neben Fluchtgefahr sei der Grund für die Entscheidung vor allem Verdunkelungsgefahr gewesen, sagte ein Sprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Damit ist etwa gemeint, dass Beschuldigte sich bezüglich der Aussagen absprechen könnten. Der dritte Strafsenat hob damit am Freitag eine Entscheidung des Landgerichts Augsburg auf und setzte die Haftbefehle wieder in Kraft. Der mutmaßliche Haupttäter saß ohnehin weiter in U-Haft.

Vorläufige Entscheidung

Die Jugendkammer des Landgerichts hatte die sechs Jugendlichen und jungen Männer erst am Montag aus der U-Haft entlassen, weil sie gerade keine derartigen Haftgründe sah. Gegen die Entscheidung war die Staatsanwaltschaft in die nächste gerichtliche Instanz gegangen. Sie wirft den Sechsen Beihilfe zum Totschlag vor.

Sie waren den Ermittlungen zufolge am Nikolaustag dabei, als der Siebte aus der Gruppe auf dem Augsburger Königsplatz einen 49-jährigen Feuerwehrmann mit einem Schlag getötet haben soll. Der 17-Jährige, der die deutsche, türkische und libanesische Staatsbürgerschaft hat, wird des Totschlags verdächtigt.

Die Jugendkammer des Landgerichts hatte erklärt, es habe kein gemeinschaftliches Umzingeln des Opfers gegeben. Anwalt Michael Menzel, dessen Kanzlei vier der sieben Tatverdächtigen vertritt, sagte am Samstag, das OLG wolle wissen, wie eng der Zusammenhalt zwischen den jungen Männern gewesen sei und ob es doch eine Gruppendynamik gegeben habe. Dafür wolle es die weiteren Ermittlungen abwarten. Die Entscheidung des OLG ist nur vorläufig, kann also wieder geändert werden. dpa

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