Vermischtes

Statistik Bundesamt stellt Zahlen zu Trennungen 2017 vor

Weniger Ehen geschieden

Wiesbaden.Das durchschnittliche Scheidungspaar in Deutschland geht nach 15 Jahren Ehe zum Scheidungsrichter – meist nach einer vorangegangenen Trennungszeit von einem Jahr. Die Frauen waren zu diesem Zeitpunkt 43 Jahre und neun Monate alt, ihre Männer gut drei Jahre älter, wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden über jüngste Zahlen aus dem Jahr 2017 berichtete.

Dabei erreichte die Zahl der Ehescheidungen in Deutschland im vergangenen Jahr ihren niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Insgesamt verkündeten Richter mit ihrem Scheidungsbeschluss das endgültige Aus für insgesamt 153 500 Ehen. Das war ein Rückgang um 9000 Scheidungen beziehungsweise um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Niedriger als im Jahr 2017 war die Zahl der Scheidungen zuletzt im Jahr 1992 mit 135 000 Fällen. Dabei handelte es sich um absolute Fallzahlen, die nicht in Bezug zur Zahl der Eheschließungen gesetzt werden.

Ende nach sechs Jahren

Nach Angaben der Statistiker lässt sich nicht sagen, ob kriselnde Paare im vergangenen Jahr zurückhaltender bei der Entscheidung über eine Scheidung waren. Denn diejenigen, die ohne Trauschein zusammenleben und sich wieder trennen, sind nicht Teil der Ehescheidungsstatistik, ebenso wenig wie die verpartnerten gleichgeschlechtlichen Paare. Und auch, ob sich die Scheidungsgründe in den vergangenen Jahren verändert haben, ist eine Frage, auf die die statistischen Zahlen keine Antwort geben können. Es bleibt aber dabei, dass mit dem Scheitern von rund jeder dritten Ehe gerechnet werden muss. Dabei kann der endgültige Anteil an Scheidungen für einen Eheschließungsjahrgang erst nach Ablauf einer sehr langen Zeitspanne bestimmt werden, heißt es beim Statistischen Bundesamt. Für die im Jahr 1992 geschlossenen Ehen lag er im Jahr 2017 bei 39,2 Prozent – und er dürfte noch weiter ansteigen, wenn in den kommenden Jahren noch mehr Menschen, die 1992 heirateten, getrennte Wege gehen.

Besonders häufig endeten die Ehen nicht nach dem „verflixten siebten Jahr“, sondern nach sechs Jahren: Knapp 8000 der Scheidungen gab es für Ehen, die 2011 geschlossen wurden. Paare, die nach 25 Jahren und mehr getrennte Wege gehen, machten einen Gesamtanteil von 17,5 Prozent aus. dpa