Vermischtes

Buntes Um Freitag, den 13., ranken sich viele Mythen / Mindestens einmal im Jahr steht er auf dem Kalender

Weniger Unfälle an vermeintlichen Unglückstagen

Archivartikel

Berlin.Die böse Dreizehn! Die Nachfolgerin der harmonischen zwölf hat einen schlechten Ruf – besonders, wenn sie mit einem Freitag zusammenfällt, wie es in diesem Monat der Fall ist.

Zwölf gegen 13

Vielerorts gilt die zwölf als „heilig“: Apostel, Monate, Sternzeichen. Schon in der Antike gab es zwölf Olympische Götter. Die 13 dagegen sprengt diese Ordnung. Wie etwa im Märchen Dornröschen, in dem die ausgeladene 13. Fee die Prinzessin verwünscht. In der nordischen Mythologie legt sich nach dem Auftauchen von Loki als 13. Gast in Walhalla Dunkelheit über die Erde. Im Judentum wiederum verheißt die Zahl Glück. Nach den jüdischen Phasen des Lebens ist 13 das Alter der Reife oder Verantwortung – so werden Jungen dann mit der Bar-Mizwa in die Gemeinde aufgenommen.

Pro und contra Aberglaube

Vielleicht ist aus der Frucht vor der 13 im 19. Jahrhundert der wohlfeile Job des „Quatorzième“ entstanden. Mit dem „Vierzehnten“ stand ein professioneller Extra-Gast für Tischgesellschaften bereit. Seine Aufgabe: bei der Gästeanzahl die 13 vermeiden. Andernfalls müsse jemand sterben. Als Gegenbewegung gründet sich am 13. Januar 1882, natürlich einem Freitag, in New York der mutige „Thirteen Club“, zu dessen Veranstaltungen immer genau 13 Gäste zugegen sind. Stolz heißt es nach einem Jahr: Alle leben noch.

Die pure Panik

Wer Angst vor Freitag, dem 13. hat, leidet womöglich an Paraskavedekatriaphobie – abgeleitet von den griechischen Wörtern „paraskeue“ (Freitag), „dekatria“ (dreizehn) und „phobos“ (Angst). Es gibt auch die etwas abgewandelte Form: Triskaidekaphobie, die Furcht vor der bloßen Zahl Dreizehn. In Hochhäusern wird die 13. Etage regelmäßig zur 14., Hotels verzichten zuweilen auf eine solche Zimmernummer – alles, um abergläubische Menschen nicht abzuschrecken. In manchen Flugzeugen folgt auf Reihe 12 gleich die 14.

Pech nur Aberglaube

Panik ist völlig unangebracht: Unfallstatistiken vergangener Jahre widersprechen dem Aberglauben. Der ADAC sieht bei der Anzahl der Crashs keinen entscheidenden Unterschied zu anderen Freitagen im Jahr. Von der Zurich Versicherung heißt es sogar, dass an den vermeintlichen Unglückstagen weniger Schäden gemeldet werden als an anderen Freitagen. Möglicherweise lassen die Menschen dann besondere Vorsicht walten.

Jahr für Jahr

Ein Freitag, der 13. steht auf jedem Kalender. Mindestens ein Mal im Jahr ist er sicher dabei – höchstens gibt es die Kombination aber drei Mal. 2020 ist mit zwei solcher Exemplare nicht sonderlich herausragend. Über die Jahrhunderte fiel der 13. eines Monats sogar am häufigsten auf einen Freitag. Wer seit der Gregorianischen Kalenderreform im Jahr 1582 durchzählt, wird das bestätigt sehen. 

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