Vermischtes

Hollywood Weinstein soll Angestellten gedroht haben / Bundesstaat verklagt Produzenten

„Werde deine Familie töten“

New York.Nach neuen Enthüllungen über Harvey Weinstein (Bild) hat der US-Bundesstaat New York den gestürzten Hollywood-Produzenten und dessen früheres Unternehmen verklagt. Die Klage wurde kurz vor dem geplanten Vertragsabschluss über einen Verkauf des von Weinstein gegründeten Filmstudios bekannt – und verhinderte ihn.

Eine Investorengruppe hatte rund 500 Millionen Dollar für die Weinstein Company geboten, trat jedoch nach der neuerlichen Klage von den Gesprächen zurück, wie die Zeitung „Wall Street Journal“ am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf eine mit den Gesprächen vertraute Person berichtete.

Der Verkauf der Firma, die rund 150 Mitarbeiter hat und seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Weinstein im Oktober gegen die Pleite kämpft, habe am Sonntag über die Bühne gehen sollen. An der Spitze der Investorengruppe steht Maria Contreras-Sweet, die schon für den früheren US-Präsidenten Barack Obama gearbeitet hatte. Sie hatte angekündigt, einen Fonds zur Entschädigung von Weinstein-Opfern einrichten zu wollen.

Drohungen gegen Angestellte

Das reichte Eric Schneiderman, New Yorks oberstem Staatsanwalt, aber nicht aus. Seine kurz vor Vertragsabschluss eingereichte Klage gegen Weinstein, dessen Bruder Robert und die Firma habe zu viel Unsicherheit erzeugt, so dass der Verkauf nicht durchgeführt werden könne, berichteten mehrere US-Medien. Wie es mit der Weinstein-Company weitergeht, ist unklar.

Die Klage gründet sich auf neue Enthüllungen über Entgleisungen Weinsteins und auf Drohungen, die er im Gespräch mit Angestellten geäußert haben soll. Die Führungskräfte des Studios und sein Bruder Robert hätten es nicht vermocht, die Angestellten vor „ sexueller Belästigung, Einschüchterung und Diskriminierung“ zu schützen, heißt es in der Klage. Damit hätten die Führungskräfte wiederholt die Gesetze des Staates New York gebrochen, teilte Schneiderman mit.

Die Klage sei Ergebnis von vier Monate andauernden Ermittlungen, in denen „neues und ungeheuerliches“ Fehlverhalten enthüllt worden sei, hieß es weiter.

In den neuen Anschuldigungen werden Drohungen Weinsteins zitiert. So soll er einigen Angestellten gesagt haben: „Ich werde dich töten“ oder „Ich werde deine Familie töten.“

Schneiderman erklärte, die eilige Klage-Erhebung gehe auf den unmittelbar bevorstehenden Verkauf zurück. Er habe „stichhaltige Gründe“ zu der Annahme, dass ein Verkauf der Firma Weinsteins Opfer ohne ausreichende Entschädigung zurücklassen würde. dpa (Bild: dpa)