Vermischtes

Zeitgeschichte MeToo wird bereits im Jahr 2006 das erste Mal im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch genannt

Wie die internationale Bewegung begann

Archivartikel

2006: Was viele nicht wissen: MeToo gibt es schon lange, bevor die Debatte um Harvey Weinstein öffentlich ist. Die Aktivistin Tarana Burke gründet 2006 eine Organisation für Überlebende sexueller Belästigung und sexuellen Missbrauchs. Diese Bewegung nennt sie MeToo.

6. Oktober 2015: Zwei Jahre, bevor sie in der „New York Times“ zitiert wird, schreibt die Schauspielerin Ashley Judd in einem Branchenmagazin, dass sie von einem noch nicht genannten Medienchef und Filmmogul sexuell belästigt wurde. Dass von Harvey Weinstein die Rede ist, weiß man erst im Jahr 2017.

1. April 2017: In einem Artikel in der „New York Times“ werden Vorwürfe von fünf Frauen gegen den Fox News-Moderator Bill O’Reilly veröffentlicht. US-Präsident Donald Trump verteidigt O’Reilly. Später wird dem Moderator gekündigt.

5. Oktober 2017: Zusammen mit Schauspielerinnen und ehemaligen Mitarbeiterinnen der Weinstein Company beschuldigt Ashley Judd den Filmmogul der sexuellen Belästigung. Veröffentlicht werden die Vorwürfe in der „New York Times“. Weinstein entschuldigt sich öffentlich. Er behauptet fest, dass die Begegnungen einvernehmlich gewesen seien. In den folgenden Tagen beschuldigen immer mehr Frauen den Produzenten. Am 8. Oktober wird Weinstein gekündigt.

10. Oktober 2017: Der Journalist Ronan Farrow veröffentlicht im „New Yorker“ seine Recherchen zu Weinstein. Darin beschreiben 13 weitere Frauen sexuelle Belästigungen und Übergriffe. Später schreibt Farrow noch von Bespitzelungen der Frauen durch Privatdetektive.

16. Oktober 2017: Die Hashtag-Bewegung #MeToo findet ihre Anfänge. Schauspielerin Alyssa Milano ermutigt Menschen dazu, ihre Geschichten zu erzählen. Die Bewegung wird zu einem internationalen Netzwerk.

Oktober 2017: Schnell wird klar: MeToo ist kein Phänomen, das sich auf die Unterhaltungsbranche beschränkt. Sportlerinnen, Politikerinnen, Gastronominnen, Journalistinnen, Fabrikarbeiterinnen ... Tausende Frauen und sogar Männer teilen ihre Geschichten mit der Welt. In den USA werden viele Namen genannt. Darunter auch die Schauspieler Kevin Spacey und James Franco, Regisseur Woody Allen und der Politiker Roy Moore.

1. Januar 2018: Aus der Bewegung MeToo entsteht die Initiative Time’s up. 300 bekannte Frauen aus der Unterhaltungsbranche, wie etwa Emma Watson, wollen damit Opfer sexuellen Missbrauchs unterstützen, auch finanziell.

7. Januar 2018: Frauen der MeToo- und Time’s-up-Organisationen setzen bei den Golden Globe Awards ein Zeichen, indem sie schwarz gekleidet mit Time’s-up-Ansteckern auf dem Roten Teppich erscheinen. Auch bei der Oscarverleihung am 4. März dreht sich viel um die Situation in Hollywood.

20. Januar 2018: Schon Anfang 2017 nehmen mehr als eine Million Teilnehmer am Frauenmarsch in den USA teil, als Trump seinen ersten offiziellen Tag als Präsident hat. Weltweit finden rund 670 entsprechende Demonstrationen statt. 2018 wird der Marsch erneut organisiert. Mehrere Millionen Menschen beteiligten sich weltweit daran. Diesmal ganz im Zeichen von MeToo.

25. Mai 2018: Weinstein wird verhaftet, einem Richter vorgeführt und wegen Vergewaltigung und weiterer sexueller Vergehen angeklagt. Ende Februar 2020 wird er verurteilt. Am 11. März erfährt er sein Strafmaß – 23 Jahre Haft. jor

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