Vermischtes

Wie ist das Leben, wenn man die "falsche Hand" bevorzugt?

Ich kenne jede Menge Menschen, die den Gedanken der Umschulung von Linkshändern ablehnen, sie sprechen von Tortur, Quälerei. Als Betroffene kann ich sagen: Wirklich gepeinigt fühlte ich mich nie, obwohl man versucht hat, mich zur Rechtshänderin umzuerziehen. Meine Lehrerin wandte die Methode an, die damals, kurz nach dem Krieg, üblich war: Sie band die linke Hand an der Bank fest. Dafür nahm sie aber eine so leuchtend rote Masche, dass ich mich wie eine Prinzessin fühlte. Und übrigens: Was kann der Mensch nicht alles lernen, besonders im frühen Kindesalter, ohne sich dabei gequält zu fühlen! Fremdsprachen zum Beispiel, Klavier- oder Geigenspielen, einfach so, weil es Spaß macht, sich einer besonderen Herausforderung zu stellen. Maria Herlo, freie Mitarbeiterin

Es ist jedes Mal das Gleiche - ob auf der Bierbank bei der Grillparty im Garten oder am dicht bevölkerten Kaffeetisch der Oma. Sobald es beim Essen ein bisschen enger zugeht, ist sie schlicht störend: die Linkshändigkeit. Gerade ist die mit einer Portion Kartoffelsalat beladene Gabel auf dem Weg zum Mund, da bohrt sich ein Ellbogen von links in den Oberarm. Der Kartoffelsalat übersteht die Erschütterung nicht. Nein, als Linkshänder hat man es an engen Tischen nicht leicht. Zumal der Rechtshänder wie selbstverständlich davon auszugehen scheint, dass es Aufgabe des Linkshänders sei, einen Zusammenstoß zu vermeiden. Zugegeben, eine recht einfache Lösung gäbe es. Doch wer will sich schon dauerhaft auf den äußersten linken Platz am Tisch verdrängen lassen? Julian Eistetter, Redakteur

Linkshänder haben es nicht einfach. In einer rechtshändigen Welt bleiben Schere und Messer stumpf, die Oma verlangt nach dem "schönen" Händchen und der Füller spießt sich beim Schreiben ins Papier. Mitunter, etwa beim Radfahren, kann die Linkshändigkeit gar gefährlich werden. Denn: Wir alle drücken beim Bremsen automatisch mit der dominanten Hand schneller und fester zu, weswegen die rechte Bremse mit dem Hinterrad verbunden ist. Linkshänder - vor allem wilde Jungs, die mit einem Affenzahn durch die Gegend sausen - blockieren so leicht ihr Vorderrad. Sturz mit Platzwunde inklusive. Die rechtshändige Mutter hat das zu rabiaten Maßnahmen verleitet. Das arme elfjährige Kind muss nun ein total uncooles Rad mit Rücktrittbremse fahren. Wenn das mal keine Diskriminierung ist! Madeleine Bierlein, Redakteurin