Vermischtes

USA Neunjähriger kämpft gegen fast 100 Jahre alte Regelung

Wurfverbot für Schneebälle gekippt

Washington/Severance.Kurz vor Weihnachten hat ein Grundschüler in den USA dem fast 100 Jahre alten Schneeball-Wurfverbot in der Gemeinde Severance im Bundesstaat Colorado ein Ende gesetzt. Der Gemeinderat sei einem entsprechenden Antrag des Drittklässlers Dane Best (9) einstimmig gefolgt, sagte Gemeindesprecher Kyle Rietkerk. Dane habe vor dem Gemeinderat unter anderem argumentiert: „Jeder in Severance sollte in der Lage sein, eine Schneeballschlacht zu haben, wie überall auf der Welt.“

Rietkerk sagte, bei einem Schulausflug zum Bürgermeister und zum Gemeinderat sei den Schülern auch von dem antiquierten Verbot erzählt worden, Schneebälle zu werfen. Ihnen sei außerdem gesagt worden, dass sie auch als Kinder eine Stimme hätten. Bürgermeister Don McLeod sagte dem US-Sender CNN: „Die Kinder waren total verblüfft, als sie herausfanden, dass sie die ganze Zeit gegen das Gesetz verstoßen haben.“ Jedes Jahr ermutige er Kinder bei ihrem Besuch, vorhandene Regelungen zu ändern. „Dane war der erste Schüler, der mich beim Wort genommen hat, und ich bin sehr stolz, dass er das getan hat.“

Teures Billard-Spiel

Was der Ursprung des Verbots gewesen sei, sei unklar, sagte Rietkerk. „Wir haben wirklich keine Ahnung.“ Bekannt sei, dass es seine Wurzeln in einer Regelung aus dem Jahr 1921 habe, wonach keine Wurfgeschosse geworfen werden dürften. Die bisher geltende Gemeindeverordnung untersagt, „Steine oder jegliche anderen Wurfgeschosse“ auf Menschen, Tiere, Gebäude, Bäume, Fahrzeuge oder anderen öffentlichen oder privaten Besitz zu werfen.

Rietkerk sagte, in der Gemeinde, in der rund „4300 freundliche Menschen“ lebten, habe es früher mehrere sonderbare Verbote gegeben. So seien der Besitz oder Betrieb von Billardtischen, Dartboards oder Bowlingbahnen im Jahr 1921 nur gegen eine Gebühr von 1000 Dollar erlaubt gewesen – damals horrend viel Geld.