Vermischtes

Umwelt Belastungen durch Schifffahrt und Chemie

WWF sieht Gewässer kritisch

Berlin.Der WWF stellt der Qualität der deutschen Gewässer ein mieses Zeugnis aus. „Der Zustand deutscher Gewässer ist flächendeckend prekär“, teilte die Umweltschutzorganisation gestern mit und mahnte die Umsetzung von EU-Vorgaben an. So sei ein Drittel der Grundwasservorkommen in „schlechtem chemischem Zustand“, insbesondere die Belastung mit Nitrat aus der Landwirtschaft und mit Quecksilber sei zu hoch. Außerdem seien „praktisch alle Flüsse“ ausgebaut zu Wasserstraßen, weswegen nur acht Prozent der Bäche und Flüsse als „ökologisch intakt“ bezeichnet werden könnten.

Morgen Ministerkonferenz

Laut WWF gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Bayern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein bildeten zwar die Spitzengruppe, blieben aber dennoch „weit hinter den gesetzlichen Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zurück“, hieß es. Besonders schlecht schnitten der Studie zufolge Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Sachsen ab. Baden-Württemberg landete auf Platz 4.

WWF-Vorstand Christoph Heinrich forderte vor der morgen beginnenden Konferenz der Umweltminister von Bund und Ländern, „den Gewässerschutz endlich ernst“ zu nehmen. „Es wurde zu lange weggesehen, wenn weite Teile der Industrie und des Agrarsektors auf Kosten unseres Wassers gewirtschaftet haben“, kritisierte er. Notwendig seien mehr Geld und mehr Personal. Deutschland müsse sich dafür einsetzen, dass die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie nicht aufgeweicht würden. dpa