Vermischtes

Konsum 1276 Menschen im vergangenen Jahr gestorben / Ursache sind Vergiftungen durch Heroin und Morphin / Gebrauch psychoaktiver Medikamente steigt

Zahl der Drogenopfer bleibt auf hohem Niveau

Berlin.Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist nach einem leichten Rückgang zuletzt fast konstant geblieben – doch im langen Kampf gegen Heroin, Kokain und immer neue Psycho-Substanzen gibt es keine Entwarnung. Am Konsum illegaler Stoffe starben im vergangenen Jahr 1276 Menschen – vier mehr als 2017, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU) gestern mitteilte. Hauptursache sind weiterhin Vergiftungen durch Opioide wie Heroin, die mehr als die Hälfte aller Todesfälle verursachten. Mortler sagte: „Jeder einzelne Todesfall verpflichtet uns, Menschen noch besser vor den Gefahren von Drogen zu schützen und sie vor den oftmals tödlichen Folgen ihres Drogenkonsums zu retten.“

An Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin starben laut Statistik im vergangenen Jahr insgesamt 629 Menschen, nachdem es im Jahr zuvor 707 waren. Auch bei neuen psychoaktiven Stoffen gab es nun einen leichten Rückgang. Todesfälle durch psychoaktive Medikamente, wie etwa Benzodiazepine, nahmen dagegen zu. Die Zahl der Abhängigen, die insgesamt nach Langzeitschäden starben, erhöhte sich weiter von 178 auf 230.

Ambulante Beratungsstellen

Bei der Vorbeugung gefragt seien neben dem Staat auch Unternehmen und die ganze Gesellschaft, sagte Mortler. „Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit. Kranke brauchen Hilfe und keine Stigmatisierung.“ Eine zentrale Rolle komme den 1500 ambulanten Suchtberatungsstellen zu, die auch beim Bewältigen sozialer Folgen des Drogenkonsums helfen. „Um Leben zu retten, brauchen wir eine funktionierende Suchthilfe vor Ort.“ Wenn die Herausforderungen größer werden, seien hierfür mehr Personal und mehr Geld erforderlich, betonte sie.

Die Opposition fordert auch neue Lösungen. „Die Zahl der Drogentoten ist immer noch viel zu hoch“, sagte Grünen-Fachpolitikerin Kirsten Kappert-Gonther. Die Abgabe des Mittels Naloxon an Heroinsüchtige und Angehörige solle bundesweit möglich werden. dpa